Gärtnern & Ernten auf kleinstem Raum

Da wir nun alle viel Zeit zu Hause verbringen, ist dies die Chance, darüber nachzudenken, wie wir’s uns daheim gemütlicher, schöner, grüner machen können. Denn Gärtnern ist nicht nur etwas für glückliche Gartenbesitzer. Eine Terrasse oder Balkon, ja, sogar Fensterbretter eignen sich zum Erschaffen einer eigenen grünen Welt. Schon die kleinste Ernte lohnt sich, um in Speisen mehr Farbe, mehr Pepp und Liebe zu bringen. Man braucht dazu noch nicht einmal einen grünen Daumen zu haben.

Erschaffen Sie sich Ihr eigenes grünes Paradies
Wer daran denkt, Kräuter, Obst und Gemüse anzubauen, um die eigene Küche mit einem Quäntchen Frische zu versehen – nur zu. Dazu gesellt sich ein hoher Erholungsfaktor mit einem wohltuenden Blick ins eigene Grün. Darüber hinaus „erdet“ das Wühlen, Hegen und Pflegen in der Erde im wahrsten Sinne des Wortes. Das Beobachten der ersten zarten Triebe, beim Wachstum der eigenen Ernte zuzuschauen, das entspannt und erweitert den Blick für die Natur.

Wussten Sie, dass Urban Gardening aus Kuba kommt?
Eigentlich haben wir immer gedacht, dabei handele es sich um einen Hipster-Trend aus den USA, der zu uns in den letzten Jahren „herüber geschwappt“ ist. Dabei liegen seine Wurzeln in der Karibik, auf Kuba. Anfang der 1990er Jahre konnten aufgrund einer Ölkrise dort keine Erntefahrzeuge eingesetzt werden, Düngemittel wurden knapp. Die maschinelle Landwirtschaft lag am Boden. So wurde dort „Urban Gardening“ zu einer lebenswichtigen wie auch charmanten Maßnahme bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Jede irgendwie geeignete Fläche wird bis heute von den KubanerInnen bepflanzt – auch kleinste Balkone oder Fensterbretter. Aus dem erfolgreichen Notfallkonzept wurde ein Trend, der über die USA auch in Europa angekommen ist. Er gehört sogar zu den Megatrends der Zukunft. In New York oder Tokio wachsen mittlerweile die sogenannten „Vertical Farms“ aus dem Boden: das sind hochhaushohe Zylinder aus Glas und Stahl, die den Gemüseanbau künftig im großen Stil sogar mitten in den großen Cities ermöglichen sollen.

Gut zu wissen
Im Gegensatz zu einem Garten, gärtnert man/frau auf dem Balkon oder Fensterbrett in Töpfen oder Kästen. Ja, sogar in Ihrer Küche können Sie für lebendiges Grün sorgen. Dazu aber später. Eines steht fest: Probleme mit Schnecken usw. sind beim Urban Gardening eigentlich ausgeschlossen. Wenn die Hummeln und Bienen brummen, ist das ein gutes Zeichen.

April ist Aussaat-Zeit
Nichts wie ran: im April kann gesät werden. Paprika, Physalis und einige Kräuter kann man in der Wohnung bereits vorziehen, um sie später auf dem Balkon zu pflanzen. Für Tomaten ist jetzt die Zeit.

(…) beginnt ab April die Aussaatsaison für die ersten Kräuter. Im Handel erhalten Sie auch Mini-Gewächshäuser [s. letztes Bild unten; Anm. d. Redaktion], die dank ihrer Form und Größe bequem auf der Fensterbank Platz finden. Ausgestattet mit einer Plastikabdeckung, die für gleichmäßige Luftfeuchtigkeit sorgt, sind sie als Kräuter-Kinderstube bestens geeignet.

(vgl. Kräuter selber anbauen, S. 50, Renate Hudak, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, 2018)

Was blüht für AnfängerInnen gut?
Zu den pflegeleichten Saaten gehören: Bohnen, Radieschen, Salat, Zuckerschoten. Dazu kann man Kräuter schon fertig im Topf kaufen, wie Petersilie, Minze, Schnittknoblauch und alle die heiteren südeuropäischen Kräuter wie Salbei, Strauchbasilikum, Thymian, Rosmarin. Wir von Klüh empfehlen Ihnen dazu auch noch eine bienenfreundliche Blumenmischung.

Was muss frau/man beim Standort beachten?
Genauso wie im Garten muss man darauf achten, wie viel Sonne auf Ihren Balkon oder Ihr Fensterbrett scheint. So lieben die Pflanzen und Kräuter mit südeuropäischen Wurzeln entsprechend Südlagen mit viel Sonne. Salat, das köstliche Bärlauch der Monate April und Mai mögen es schattiger und entsprechend feuchter.

Im Halbschatten gedeihen Dill, Estragon, Petersilie, Pimpinelle, Koriander, Liebstöckel, Schnittlauch und Ringelblume und danken es Ihnen mit köstlicher Würze im Salat und auch dekorativ schönen, essbaren Blüten darauf.

Im Schatten sind Kapuzinerkresse, Brunnenkresse, Bärlauch, Pfefferminze und Waldmeister, Knoblauchrauke besonders glücklich und belohnen es mit viel üppigem Grün.