“In der Ruhe liegt die Kraft” – das ist der Satz für den Lavendel.
Lavendel zeigt sich von diesen beiden Seiten!“

Kräuterweisheit

Genießen & genesen

Lavendel – jetzt blüht er wieder in den Parks und Vorgärten. Der bläulich-violette Sommerbote mit seinem unverwechselbaren Duft, umsummt von Bienen und umschwärmt von Schmetterlingen! Sofort steigen Reisebilder der französischen Provence auf. Wer Lavendel auf heimischer Terrasse, Balkon oder Garten pflanzt, profitiert doppelt: Die Pflanze sieht hübsch aus und vertreibt Blattläuse von benachbarten Blumen, insbesondere Rosen. Viele kennen Lavendel in Duftsäckchen zur biologischen Mottenbekämpfung oder als Duftnote in Badezusätzen, Duftkissen oder Parfüms, wie z. B. in dem Anfang des 18. Jahrhunderts kreierten Kölnisch Wasser. Weniger bekannt dürfte sein, dass Lavendel auch eine Arzneipflanze ist und als raffiniertes Küchengewürz zum Einsatz kommt.

Lavendel ist Arzneipflanze des Jahres 2020

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg würdigt mit dieser Auszeichnung die vielfältige Nutzung des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia). Er gilt als Breitbandspektrum-“Anwendung” von der Antike bis heute. Die Biologin und Aromatherapeutin Elke Puchtler, ein Jurymitglied, erklärt: „Das ätherische Lavendelöl hat antibakterielle, antivirale und pilzhemmende Wirkung. Die Hauptindikation ist jedoch die Wirkung auf die Psyche. Der Lavendel ist neben Johanniskraut das am besten wissenschaftlich untersuchte ätherische Öl, und es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass es tatsächlich gegen Ängste wirkt.“

Entspannt weiterlesen mit dem Duft des Lavendels in der Nase

Der echte Lavendel ist eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Ursprünglich kommt er aus dem Mittelmeerraum, wo er auf felsigen oder trockenen Hängen wild wächst. Bereits die Ägypter verwendeten ihn als Schönheits- und Duftmittel. Die alten Römer nutzten ihn als Badezusatz. Der lateinische Wortbestandteil „lavare – waschen“ weist darauf hin. Schon Julius Caesar schätzte die entspannenden Eigenschaften des aus Blüten und Wasserdampf destillierten Öls für ein Bad. Auch seine Soldaten setzten Lavendel auf ihren Feldzügen als Beruhigungsmittel ein. Benediktinermönche brachten im 11. Jahrhundert den Lavendel über die Alpen in die Kloster- und Bauerngärten, womit er zunehmend an Bedeutung gewann. Die berühmte Äbtissin und Heilkundige des späten Mittelalters, Hildegard von Bingen, verwendete ihn ebenfalls. Lavendel wurde auch auf die Böden von Schlössern und Spitälern gestreut, um diese zu desinfizieren. Später im 16. Jahrhundert fand der Schweizer Naturmediziner Paracelsus heraus, dass Lavendel auch hilfreich gegen Magen- und Darmbeschwerden, Krämpfe und Angstzustände einzusetzen sei.

Foto: Die Abtei von Sénanque. Das Kloster von Senanque liegt in der nordöstlichen Provence, in der Nähe der Städte Arles und Avignon. Es ist eines der berühmtesten Klöster in der Provence, da es wunderschön von Lavendelfeldern umgeben ist.

Frische Lavendelzweige für Fleischgerichte aller Art

Einen hervorragend aromatischen Geschmack entwickeln Hühnchen-, Lamm- und Fischgerichte  mit der provencalischen Kräutermischung aus Lavendel mit Thymian oder Rosmarin.

Gerebelte oder gehackte Lavendelblätter für Käse

Eine köstlich raffinierte Note entsteht bei einigen Ziegen-, Weich-, Raclette-Käse oder Gorgonzola. Deftige Cremesuppen profitieren von dem würzigen Aroma. Aber Achtung bei der Dosierung – unsere Klüh-Küchenchefs empfehlen einen eher sparsamen Umgang. Die Blätter sind meist sehr aromatisch und erzeugen einen intensiven Geschmack. Und noch ein Hinweis unserer Küchenchefs: Gerebelte Lavendelblätter werden gelegentlich in Kräutermischungen der Provence aufgeführt. Allerdings ist Lavendel keine Zutat im französischen Original. Es scheint eine deutsche Eigenart der Rezeptur zu sein.

Lavendelblüten für Süßspeisen

Obstsalate, die Beerenfrüchte erhalten, bekommen durch einige wenige beigemischte Lavendelblüten ein wunderbares Aroma. Auch Kuchen (z.B. Guglhupf), Schokotrüffel sowie Eis bekommen einen ganz besonderen Geschmack.

Lavendelhonig

… der lieblich schmeckt und ein feines Blütenaroma besitzt, kann vielfältig zum Einsatz kommen – vom Brotaufstrich bis zur Verfeinerung von herzhaften und süßen Speisen. Unbedingt qualitativ hochwertige Honigsorten verwenden – dann kommt ein feiner Lavendelgeschmack als Hauch aus der Provence voll zur Geltung. Gute Nachricht für Schleckermäuler: Aufgrund seiner vielen Mineralstoffe ist diese Köstlichkeit zudem auch noch sehr gesund.

Rezeptidee: Im Ofen gegartes Hähnchenbrustfilet mit Kräutern der Provence an gebackenen Kartoffeln, Kohlrabi und Sherry-Bratensud

Hier eine Rezeptidee unserer Marketingmanagerin Claudia Günther. Das Rezept ist für 3 Personen ausgelegt.

  • 500 g Hähnchenbrustfilet
  • 650 g Kartoffeln (Drillinge)
  • 2 – 3 EL Olivenöl
  • 2 – 3 Thymianzweige (frisch)
  • Kräuter der Provence (getrocknet), alternativ Lavendelblüten
  • 3 Kohlrabi
  • Geklärte Butter (alternativ können Sie auch Ghee verwenden, das ist ayurvedisches Butterfett)
  • 250 ml Geflügelfond
  • 3 EL guter Sherry
  • 40 g Butter
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle

Ofen auf 160 Grad vorheizen.

Kartoffeln waschen, trocknen und halbieren, in eine Schüssel geben, Olivenöl dazugeben und mit Salz, Pfeffer und den von den Zweigen abgezupften Thymianblättchen vermischen. Kartoffelhälften mit der flachen Seite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 20 – 25 Minuten mit Umluft im Ofen garen.

In der Zwischenzeit Kohlrabi von der Schale befreien und in Stifte schneiden. In einer Pfanne mit etwas geklärter Butter anbraten, bis die Kohlrabistifte eine schöne gold-braune Farbe bekommen.

Die Hähnchenbrustfilets mit  geklärter Butter in einer Pfanne von beiden Seiten 5 Minuten anbraten, mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen. Sie können auch Lavendelblüten verwenden.

Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, warm stellen. Den Ofen auf 120 Grad stellen und die Hähnchenbrustfilets für 10 Minuten fertig garen.

Für die Sauce die Pfanne, in der das Fleisch gebraten wurde, verwenden und mit Geflügelfond und Sherry ablöschen, danach etwas einköcheln lassen. Vor dem Servieren mit kalter Butter in einem hohen Gefäß schaumig mixen und in eine Sauciere geben. Alles auf einem Teller anrichten, das Fleisch in Scheiben schneiden, die Sauce für das Fleisch bereitstellen.

Guten Appetit!

Tipp für Freunde von gutem Sherry: Sherry Lustau