Unsere kulinarische Reise führt uns heute in die wunderbare Oberlausitz

Mike Szadkowski , Überregionaler Betriebsleiter und einer unserer Gastronomischen Botschafter, hat uns als überzeugter Oberlausitzer gebeten, diesen Text unbedingt so zu beginnen: „Denken Sie nicht nur an Dresden, Leipzig und das Erzgebirge, wenn Sie nach Sachsen wollen, sondern auch an die Oberlausitz, die sich im östlichen Zipfel befindet.“ Das Herz des 33jährigen gelernten Kochs, der schon viel in der gehobenen Gastronomie unterwegs war, schlägt definitiv für seine Heimat. Er ist stolz darauf, dass er auch die Oberlausitzer Mundart spricht: mehr zur Oberlausitzer Mundart

Zur geographischen Orientierung: Die OBERLAUSITZ ist eine Region im Osten des Freistaates Sachsen, an der Grenze zu Polen und der Tschechischen Republik und reicht bis in den Oberspreewald-Lausitzkreis des Landes Brandenburg hinein. Der Osten Sachsens ist übrigens ein Rad-, Wander- und zunehmend auch Wassersport- und Badeparadies – dank des neu entstehenden Lausitzer Seenlandes.

Eine Spreewald-Tour – der erste Tipp von Mike Szadkowski
„Wissen Sie, dass bei uns die Spree entspringt? Dann starten Sie Ihren Besuch bei uns am besten gleich mit einer Tour im Paddelboot oder Kahn durch die Wasseralleen unseres schönen Spreewald-Venedig.“ Das UNESCO-Biosphären-Reservat, in dem im Sommer Libellen über die von Bäumen umsäumte Spree sirren und die Kühe auf ihren Weideinseln grasen, ist Idylle pur mit landestypischen Bauernhäusern in Gartenlandschaften, in denen Obst und Gemüse und natürlich die einzigartigen Spreewaldgurken gedeihen.

Starten wir von Löbau aus und besteigen dort als erstes die 120 Stufen des achteckigen Eisernen Turms. Er wurde 1854 aus Gusseisen errichtet. Auf seiner Aussichtsplattform in 25 Metern Höhe kann man über weite Teile der Landschaft der Oberlausitz bis zum Naturpark Zittauer Gebirge blicken. Die abwechslungsreiche Landschaft, ein UNESCO-Biosphärenreservat, bietet jede Menge Abwechslung mit einer großflächigen Heide- und Teichlandschaft, mit dem Fürst Pückler Park Bad Muskau – einem wahrhaftigen Paradies fürstlicher Gartenkunst des 19. Jahrhunderts auf deutschem wie polnischem Boden – und dem Lausitzer Seenland. Hier kommen alle auf die Kosten: sportlich Aktive, Kultur- und Naturliebhaber, Städtebummler, Schloss- und Museumsfreunde, Jung und Alt.

Bad Muskau Fürst Pückler Schloss

Kennen Sie Görliwood?

Apropos Städtetouren, hier empfiehlt unser Gastronomischer Botschafter eine Sechstage-Tour durch „den Oberlausitzer Sechsstädtebund“ Oberlausitzer Städtebund. Denn dabei gibt’s viel zu sehen und natürlich auch zu genießen. Beeindruckende mittelalterliche Städte mit viel Geschichte und wunderbaren Bauwerken erwarten die BesucherInnen: z.B. Bautzen mit seinen 1000 Türmen und seiner weltberühmten Senfmanufaktur. Die wundervoll restaurierte Görlitzer Altstadt ist für jeden, der kommt oder hier lebt, eine Augenweide.

Waren Sie schon einmal an einem Ort, der bereits 6 Oscar®-Auszeichnungen erhalten hat? Dann auf nach Görlitz, das auch „Görliwood“ des Ostens genannt wird als Entsprechung zu „Hollywood“ in Amerika. Auf der Website Görliwood finden Sie Inspirationen zur „Görliwood“-Tour zu den Original-Schauplätzen von Wes Andersen „Grand Budapest Hotel“ oder Tarantinos „Inglorious Bastards“. Kamenz ist die Stadt, in der der deutsche Freiheitsdichter Gotthold Ephraim Lessing seine großen Werke schrieb. Mike Szadkowskis Tipp für FreundInnen prachtvoller Fachwerkhäuser, die in der Landessprache „Umgebinde-Häuser“ heißen, ist Obercunnersdorf im Ortsteil Kottmar.

Obercunnersdorf 

Bautzen

Sagenhafte Spuren des Müllergesellen und Zauberlehrlings Krabat finden Fans in Schwarzkollm, einem Ortsteil von Hoyerswerda. Er ist nämlich nicht nur von der reichen sorbischen Kultur, sondern auch von der Krabat-Sage geprägt. SchülerInnen können die Schauplätze des Buches wie auch die unheimliche Mühle aus dem gleichnamigen Fantasyfilm von 2008 von Regisseur Marco Kreuzpaintner in der Realität nacherleben.

Altstadt Hoyerswerda

Haben Sie jetzt Appetit auf die Küche der Oberlausitz?

So viel Kultur, Natur und Aktivitäten machen hungrig, und wir fragen Mike Szadkowski nach der Küche der Region. „Die Menschen hier sind von ländlicher Arbeit mit langen Wintern geprägt. Kümmel und Mohn kommen bei uns häufig zum Einsatz – das macht unsere Nachbarschaft zum Böhmischen. Viele unserer Gerichte haben auch einen Böhmischen oder Sorbischen Einschlag. So ist das in einer Grenzregion. Alles ist sehr herzhaft und lecker.“ Kartoffelgerichte erfreuen sich, wie in vielen ländlich geprägten Regionen Deutschlands, seit 150 Jahren großer Beliebtheit. Nur in der Oberlausitz heißen sie „Abern“, klärt uns Mike Szadkowski auf.

Kennen Sie Teichelmauke – das „Nationalgericht“ der Oberlausitz?

„Mauke“ ist der Name für Kartoffelmus oder Kartoffelpüree. Wissen Sie noch, wie Kinder gerne eine Kuhle darin bilden? Ja, und in die gießt man dann Rindfleischbrühe. Die Brühe wird auch in Kartoffelpüree anstelle von Milch verwendet. Hinzu kommt dann noch das gekochte Fleisch. Eben ein “Teich” in der “Mauke”.

  • 600 ml Wasser
  • 500 g Rindertafelspitz ohne Knochen aus der Keule
  • 120 g Karottenwürfel
  • 120 g Porree
  • 120 g Selleriewürfel
  • Lorbeerblätter
  • Wacholderbeeren
  • 500 g Sauerkraut
  • Maisstärke
  • 100 g Zwiebelwürfel
  • 10 g Butter
  • 700 g Kartoffeln
  • Majoran gerebelt
  • Kümmel gemahlen
  • Salz-Pfeffer-Muskat

Die mehligen Kartoffeln dämpfen, mit der Brühe vom Rindfleisch und den Gewürzen zu einem Kartoffelpüree verarbeiten. In einen tiefen Teller (oder Schüssel) in die Mitte das Kartoffelpüree geben und mit einer Kelle einen Teich formen. In diesen Teich das Sauerkraut geben, das gewürfelte Rindfleisch oben auf und den “Teich” mit Brühe auffüllen. Zum Schluß einen Klecks Bautzner Senf und etwas gehackte Petersilie.

Eine weitere Köstlichkeit als Dessert oder süße Mahlzeit: Pflaumenklöße

  • 500 g gekochte Kartoffeln
  • 50 ml Milch
  • 150 g Mehl
  • 2 Eier
  • 40 g Semmel
  • Salz
  • 20 g Butter
  • Pflaumen/Zwetschgen
  • Zuckerwürfel

Aus Mehl, Ei, Salz, Milch und den zerdrückten Kartoffeln einen Teig kneten.

Pflaumen zur Hälfte einschneiden, Kern herausnehmen und durch mit Rum getränkten Würfelzucker ersetzen. Nun die Pflaume mit dem Kloßteig umwickeln und in leicht köchelndes Wasser geben, kurz aufkochen und nur noch ziehen lassen. Mit brauner Butter und Zimtzucker bestreuen, fertsch!

Weiterführende Links:
https://www.oberlausitz.com/
https://www.ostsachsen.de/regional/reisefuehrer-lausitzer-seenland/
https://www.ostsachsen.de/goerlitz/die-schoensten-museen-in-goerlitz/