Äpfel, Birnen, Kürbis & Co. – jetzt wird´s nochmals so richtig lecker

Nach unserem Bericht über die Apfelernte, haben wir bei unserem aktuellen Saisonkalender beim Thema “Apfel” einmal ganz genau hingeschaut:

Wissenswertes rund um den Apfel

  • Eine DNA-Analyse ergab, dass der Urvater des Apfels der asiatische Wildapfel (malus sieversii) war, der vor 10 Tausend Jahren aus den Bergen des heutigen südlichen Kasachstan stammte.
  • Weltweit gibt es mehr als 30 Tausend Apfelsorten, in Deutschland allein 2 Tausend, davon werden im Obstanbau 25 kultiviert. Die bekanntesten: Boskop, Cox Orange, Elstar, Gala, Gloster, Golden Delicious, Granny Smith, Jonagold und Pink Lady.
  • Ein Apfel enthält über 30 Vitamine und Spurenelemente.
  • Dazu 100 bis 180 Milligramm Kalium, viele wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen. Durch diese Wirkstoffe werden Stoffwechsel und Reinigung des Blutes angeregt.
  • Die meisten Vitamine und Antioxidantien sind in der Schale enthalten (daher unbedingt mitessen!). Der Elbersdorfer Apfel gilt als älteste existierende Kultursorte in Deutschland. Die Zisterzienser Mönche der Abtei Pforta, die sich heute in Sachsen-Anhalt befindet, haben ihn bereits 1175 erwähnt.
  • Ältere Apfelsorten gelten als widerstandsfähiger, vitaminreicher und ärmer an Allergenen.
  • Streuobstwiesen bieten Unterschlupf für über 5 Tausend Tier- und Pflanzenarten und gehören damit zu den artenreichsten Lebensräumen. Bienen können ein Lied davon brummen.
  • Je saurer die Äpfel und je älter die Sorte, desto besser verträglich für Allergiker. Sie gelten als gesünder, reicher an Vitamin C und Pflanzenstoffen. Da eine Apfelallergie meist keine Allergie ist und sich nur auf bestimmte Apfelsorten bezieht. Allgemein verträglichere Sorten aufgrund ihres hohen Polyphenolgehalt sind: Alkmene, Berlepsch, Finkenwerder Herbstprinz, Goldparmäne, Goldrenette, Gravensteiner, Kaiser Wilhelm, Pinova, Roter Boskop, Rubinette, Santana, Wellant.
  • Äpfel verströmen Ethylengas, das die Reifungsprozesse von anderem Obst (z. B. Bananen) oder Gemüse beschleunigt. Daher sollten sie separat gelagert werden.
  • Apropos Lagerung: am besten bei einer Temperatur von 3 Grad und bei hoher Luftfeuchtigkeit im Keller (bei Zimmertemperatur reifen sie drei Mal schneller).

Das Kloster Pforta ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Naumburg a. d. Saale – hier wurde bereits im 12. Jh. die älteste Apfel-Kultursorte erwähnt.

Ob in archaischen Dokumenten, der Bibel, in der Literatur, in Sagen oder Märchen, ob als Symbol für Schönheit, Freiheitskampf oder Königswürde – der Apfel hat eine lange Geschichte. Schon 10.000 vor Christus wurde er in der Region des heutigen Kasachstan angebaut. Die Hauptstadt des Landes heißt Almaty, was so viel „Stadt des Apfels“ bedeutet, laut Wissenschaftsmagazin „Planet Wissen“. Die Frucht, die von ihrer Herkunft als holzig und sauer galt, gelangte über die lange Zeit und alte Handelsstraßen in der Antike zu Römern und Griechen. Sie empfanden die mittlerweile mit Süße kultivierten Äpfel als eine Frucht mit besonderen Fähigkeiten. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation symbolisierte der Apfel die Weltkugel und spielte bei Krönungszeremonien der Herrscher als Reichsapfel eine staatstragende Rolle. In zahlreichen Volksbräuchen, Legenden und Märchen spielt der Apfel – mal als Glücks- mal als Unglücks-Motiv eine Rolle. Man denke nur an den vergifteten Apfel der Stiefmutter in „Schneewittchen“ oder den Apfelbaum bei „Frau Holle“.

Der Siegeszug des Apfels fand nicht nur symbolisch statt, sondern er wurde in der Landwirtschaft heimisch und mit den Jahren in ganz Europa angebaut. Mittlerweile nimmt er Platz 4 auf der Top-Ten Produktionsliste für weltweite Obstsorten ein. Die Deutschen sind übrigens die ApfelkönigInnen mit dem weltweit höchsten Verzehr.