Schönes bleibt – Weihnachtsessen und –Bräuche rund um die Welt

Dieses Jahr werden wir Weihnachten wohl ein bisschen anders feiern als in den letzten Jahren. Wie genau? Wer weiß! Bei all den Unsicherheiten, Verordnungen und Neuregelungen können wir uns aber trotzdem auf ein paar Dinge verlassen, die sich nicht ändern: Weihnachtsbräuche! Zu diesen liebgewordenen Traditionen gehört neben dem Adventskranz und dem Weihnachtsbaum natürlich auch das Weihnachtsessen. Während in Deutschland auf der Heiligabend-Hitliste Kartoffelsalat mit Bockwürstchen ganz oben steht, schlemmt man beispielsweise in Polen komplett ohne Fleisch. Und auch andere Länder haben ihre ganz eigenen Weihnachtsrezepte, wie Sie in unserem heutigen Blog-Beitrag lesen können.

Wir auf Mallorca feiern mit Truthahn und Ensaimada, der süßen Hefeschnecke. Weiter geht’s am ersten Weihnachtstag mit der typischen Weihnachtssuppe (Kraftbrühe mit Hackfleisch gefüllten Muschelnudeln), Sobrasada-gefülltem Spanferkel und weißem Nougat, der Turrón.

Herzlichst,
Thorsten Greth

Thorsten Greth, Geschäftsführer Klüh Catering GmbH

Bild oben: Ensaimada

Deutschland

Wie schon erwähnt, kommt in Deutschland am Heiligabend gern der Klassiker Kartoffelsalat mit Bockwurst auf den Tisch. In den nächsten Tagen steht die Weihnachtsgans oder die Ente auf dem Programm. Viele setzen sich aber auch bei Raclette oder Fondue zusammen und schlemmen ganz in Ruhe.

Unsere Nachbarn

Plum Pudding

In den Niederlanden stehen die Gourmetten, eine Art Raclette, ganz hoch im Kurs. Dabei werden die kleinen Pfännchen mit Eiern, Frühlingszwiebeln oder Kartoffeln gefüllt. Oben auf den Grill kommen Fleisch und Fisch. Das traditionelle Festtagsessen in Luxemburg besteht aus Blutwurst, Stampfkartoffeln und Apfelsoße. In Österreich serviert man Kletzenbrot (Sauerteig mit Rosinen, Nüssen und gedörrten Birnen gefüllt), Bachlkoch (eine Milch-Mehl-Suppe) und Karpfen. Die Schweizer können nicht ohne Fondue Chinoise mit Rindfleisch und Geflügel. Bei den Briten gibt es in der Regel Truthahnbraten, Huhn und Gans sind aber auch sehr beliebt. Bei den Beilagen wird’s very british: „pigs in blankets“ (Würstchen im Speckmantel) und „devils on horseback“ (Datteln im Speckmantel). Am bekanntesten ist vielleicht der Plum Pudding, der gar kein Pudding ist, sondern eher eine Art Serviettenknödel aus gedämpftem Pudding gefüllt mit Trockenobst, Nüssen, schwarzem Melasse-Sirup, Rindernierenfett und Brandy. Die Franzosen trumpfen mit sieben Gängen auf: Aperitif, kleine Vorspeise (Austern oder Salat mit Räucherlachs), Gänseleber, dann Ente à l’Orange oder Truthahn, anschließend Käseplatte und zum Dessert den Baumkuchen Bûche de Noël.

Richtung Osten

In Polen kommen am 24. Dezember ab 18 Uhr zwölf verschiedene Gerichte auf den Tisch –
alle ohne Fleisch: Rote-Bete-Suppe, Bohnensuppe, eingelegter Hering, Kartoffelsalat, Rote-Beete-Meerrettich, panierte Champignons, gefüllte Eier, marinierte Garnelen, marinierte Calamari, Krabbencocktail, Räucherfisch und Karpfen. Beim Weihnachtsessen in Bulgarien werden zunächst einfache Linsen gereicht. Dann gibt es ein Mahl, das ausschließlich aus veganen Gerichten besteht: Bohnen, gefüllte Paprika, Nüsse, Äpfel und Brot.

Im Süden

Panettone

Richtung Mittelmeer wird’s fischig. So wird in Italien am 24.12. traditionell kein Fleisch gegessen, sondern „Pranzo della Vigilia“, also Fisch in allen Variationen. Das „Pranzo della Natale“ am 25. Dezember beginnt mit Gemüsesuppe, anschließend Huhn, Lamm und frische Würstchen. Typisch – und auch hier bekannt – sind die süßen Weihnachtsspezialitäten wie Panettone und Pandoro, die traditionellen Weihnachtskuchen. In Portugal gibt es Bacalhau (Stockfisch) und zum Dessert den Königskuchen Bolo Rei. Die Griechen mögen’s süß – ohne die griechischen Weihnachtsplätzchen Kourabiedes und Melomakarona geht gar nichts.

Die Nordländer

Graved Lachs

Auch im kalten Norden wird Fisch bevorzugt. Bei den Isländern kommt das Weihnachtsdinner gerne als Buffet mit traditionellen Speisen daher. Zur Auswahl stehen zum Beispiel eingelegter Hering, Räucherlachs, Rentierpastete und geräucherter Papageientaucher. Nie fehlen darf das Laufabrauð, auch “Schneeflockenbrot” genannt. Das Laufabrauð ist ein hauchdünnes, in Öl gebackenes Weißbrot, in das weihnachtliche Ornamente und Bilder geschnitten werden. In Dänemark kommt der Milchreis Risalamande auf den Tisch, dem nach dem Abkühlen Schlagsahne, gehackte Mandeln und Vanillezucker zugegeben werden. In Norwegen ist Graved Lachs trumpf.

Hier ein ganz einfaches Rezept: Den Lachs mit einer Beize aus Salz, Pfeffer, Zucker, Dill und etwas Aquavit bestreichen. Dann in Frischhaltefolie luftdicht einschlagen, in eine flache Schüssel legen und z. B. mit einem Holzbrett beschweren. Nach 1-3 Tagen kann man den Lachs aufschneiden und frisch genießen.

Und die anderen?

Tamales

Die Brasilianer tischen ein wahres Bankett auf: Truthahn begleitet von einer Unmenge an Beilagen wie Schinken, „couve refogada“ (Grünkohl mit Knoblauch), gesalzener Kabeljau, „salada de maionese“ (Kartoffelsalat mit Rosinen und Apfelscheiben), „farofa“ (gewürztes und geröstetes Maniokmehl), Reis und Nüssen.

In Costa Rica feiert man Weihnachten mit Tamales am Strand. Traditionelle Tamales sind Teigtaschen: Maisbrei wird zusammen mit Gemüse und einem Stück Schweinefleisch in ein Bananenblatt gewickelt und gekocht.

Ganz weit weg

“Weihnachten in Australien bedeutet Garnelen. Und zwar viele!”, so schrieb es der Guardian. Und die „Vereinigung Australien Prawns Farmers Association“ berichtet, dass 40 Prozent der Garnelen, die in Australien pro Jahr verspeist werden, über Weihnachten auf den Teller kommen. Während bei uns Winter ist, ist in Australien Sommer. Darum wird das Essen meist auf dem Grill statt im Ofen zubereitet. Auf dem Grillrost landen neben Meeresfrüchten auch Steaks und Hühnchen. Zum Dessert gönnen sich die Australier das Nationalgericht „Pavlova“, eine Baiser-Torte, die mit Schlagsahne und Früchten gefüllt wird.

Weihnachten ist in Japan kein Feiertag – gefeiert wird trotzdem. Kaum zu glauben, aber am liebsten mit einem Eimer frittierter Hähnchenflügel. Klingt nicht sehr traditionell, ist es auch nicht. Zu verdanken haben die Japaner diesen Weihnachtsbrauch einer unglaublich erfolgreichen Werbekampagne der Fastfood-Kette KFC aus den 70er Jahren. Seitdem sind frittierte Hähnchenteile die unverzichtbare Hauptzutat für ein echt japanisches Weihnachtserlebnis und so beliebt, dass schon Monate vorher Bestellungen aufgegeben werden müssen.