24. Tag der gesunden Ernährung – Diabetesschutz “zum Anbeißen”

Wenn eine Krankheit zum Thema eines nationalen Gesundheitstages wird, dann kann man davon ausgehen, dass sie viele betrifft. Und so ist es auch. Diabetes gehört weltweit zu den meistverbreiteten Volkskrankheiten. In Deutschland waren 2019 über 9 Prozent der Bevölkerung an Diabetes mellitus erkrankt und man schätzt, dass etwa weitere 2 Millionen unerkannt an Diabetes leiden. Alles in allem sind wahrscheinlich 9,5 Millionen Menschen bei uns betroffen. Folgerichtig also, dass der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) Diabetes als Schwerpunkt für den“ Tag der gesunden Ernährung“ am 7. März 2021 gewählt hat.

Aber was ist Diabetes überhaupt?

Den meisten ist Diabetes wahrscheinlich als Zuckerkrankheit bekannt. Das Problem sind einfach gesagt chronisch erhöhte Blutzuckerwerte. Und warum ist das so schlimm? Weil durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel Gefäße und Organe geschädigt werden. Das kann zu Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Nierenerkrankungen, Erkrankungen der Netzhaut (mit zunehmender Sehbehinderung) oder auch zu Erkrankungen der Nerven mit Gefühlsstörungen führen. Die Liste der möglichen Folgekrankheiten ist lang.

Diabetes ist nicht gleich Diabetes

Grundsätzlich muss man verschiedene Formen des Diabetes unterschieden: Diabetes mellitus Typ 1 ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Kinders- und Jugendalters. Typ 2, auch als Altersdiabetes bezeichnet, ist mit über 90 Prozent die mit Abstand häufigste Diabetesform. Dann gibt es noch Typ 3 und Schwangerschaftsdiabetes.

Und was läuft schief?

Um Zucker aus Kohlenhydraten aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, braucht unser Körper Insulin. Während bei Diabetes Typ 1 die Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin produziert, wird beim Typ 2 Insulin zwar produziert, jedoch sind die Körperzellen für Insulin unempfindlich. In beiden Fällen kann der Zucker nicht mehr in die Körperzellen aufgenommen werden und der Zuckerspiegel im Blut steigt. Anschaulich wird dieser Prozess im Hinblick auf Typ 2 Diabetes, wenn man ihn mit einem Auto vergleicht, das täglich vollgetankt wird, obwohl keiner damit fährt. Damit der Tank nicht überläuft, hat die Autoindustrie den Tankstopp eingebaut.

Der menschliche Körper reagiert auf ein Zuviel an Nahrung (insbesondere Kohlenhydrate) bei gleichzeitig fehlendem Verbrauch (Bewegungsmangel) mit einer Unempfindlichkeit für Insulin (Insulinresistenz). Man könnte vereinfacht sagen: die schon satten Zellen schützen sich davor, mit noch mehr Zucker überfrachtet zu werden, indem sie auf Insulin nicht mehr reagieren. Da der Körper den Blutzuckerspiegel im Blut senken will, produziert er immer mehr Insulin, um den Zucker doch noch in die Zellen zu bekommen. Irgendwann ist die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse jedoch erschöpft und der Diabetes ist da.

Und was hat Diabetes mit Ernährung zu tun?

Diabetes mellitus Typ 2 ist vor allem eine Folge von ungünstiger Ernährung und zu wenig Bewegung. In Deutschland gelten 60 Prozent der Erwachsenen als übergewichtig und davon sogar 24 Prozent als adipös (fettleibig). Gleichzeitig hat man festgestellt, dass in allen Altersgruppen über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland nicht die Empfehlung der WHO von mindestens 2,5 Stunden Ausdaueraktivität pro Woche erreicht.

Gute Aussichten

Durch eine Ernährungsumstellung und eine Steigerung der Bewegung lässt sich der Diabetes häufig deutlich verbessern und z. T. auch wieder heilen. Allerdings sind die sogenannten Lebensstilveränderungen viel schwieriger umzusetzen als unsere guten Vorsätze es vermuten lassen. Für viele Menschen ist es leichter, täglich Tabletten gegen den Diabetes zu nehmen oder Insulin zu spritzen, als tatsächlich ihren Lebensstil zu verändern, obwohl dies langfristig für die Gesundheit der viel bessere Weg wäre.

So iss richtig!

Im Prinzip ist es gar nicht so kompliziert, sich bei Typ 2 Diabetes ausgewogen zu ernähren. Man kann selbst entsprechend kochen oder auch die vielfältigen Angebote der Betriebsrestaurants nutzen – wir bei Klüh Catering haben schon längst entsprechende Menülinien im Angebot, und bei den „Kraftquellen“ sogar passende Fitness-Videos . Im Gegensatz zu früher, als eine kohlenhydratreiche Ernährung mit drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten empfohlen wurde, gilt heute: drei Hauptmahlzeiten, nichts dazwischen. Außerdem wird eine Begrenzung der Kohlenhydrate auf maximal 45 Prozent der Gesamtkalorien empfohlen – und zwar zugunsten von mehr Eiweiß und Fett. Was heißt das praktisch?

  • Getränke: Mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag trinken. Am besten Wasser, Tee oder Kaffee, natürlich ungesüßt.
  • Gemüse: Mindestens drei Portionen am Tag, gerne auch mehr. Grünes Blatt- und Wurzelgemüse ist perfekt.
  • Obst: Zwei Portionen am Tag, also zwei Handvoll, möglichst als volle Frucht und nicht als Smoothie.
  • Kohlenhydrate: Hier sind besonders Roggen oder Haferbrote aus ganzem bzw. geschroteten Korn, kernige Haferflocken, Erbsen, Bohnen und Linsen geeignet. Aber auch ganze, gekochte Körner wie Buchweizen, Quinoa oder Amaranth sind gut für den Körper – und übrigens in den I LOVE GREEN Gerichten von Klüh Catering enthalten.
  • Eiweiß: Gerade beim Abnehmen ist Eiweiß wichtig für den Erhalt der Muskelmasse und den Sättigungseffekt. Quellen sind z.B. Hülsenfrüchte, Soja, Quark, Sauermilchprodukte wie Naturjoghurt, Buttermilch, Kefir, Käse, aber auch Eier, Fisch und unverarbeitetes Fleisch, besonders Hähnchen.
  • Fett: Bei den modernen Ernährungsempfehlungen nimmt Fett wieder einen höheren Stellenwert ein, da es wesentlich zur langanhaltenden Sättigung beiträgt. Gerade bei Diabetes hat man „das Dogma der fettreduzierten Ernährung“ verlassen, auch wenn man wegen der hohen Kaloriendichte weiterhin sparsam damit umgehen sollte. Empfohlen werden alle Pflanzenöle, besonders Olivenöl, aber auch Fett aus Nüssen und Milchfette, wie die „gute alte Butter“.

Sogar Schokolade mit mehr als 85 Prozent Kakaoanteil darf in Maßen genossen werden – das sind doch eigentlich gute Aussichten, oder?

Apropos, gute Aussichten

… in der nächsten Woche nehmen wir Sie mit zum Start unserer 10-teiligen Blogserie WANDERVOLL GENIESSEN – UNTERWEGS IN DER REGION. Hier geht´s dann nicht nur um Spaß an der Bewegung, sondern auch um Sehenswertes am Wegesrand, um Kunst, Kultur und Kulinarisches …