Auf der Via Imperii von Berlin nach Hof

Bei unserer ersten Wandervoll-Tour sind wir “leichtfüßig” auf den Spuren des Porzellans gewandelt. Heute möchten wir Ihnen ein Stück des Jokobswegs in Deutschland vorstellen, der entlang der alten Reichsstraße Via Imperii vorbeiführt. Ausgangspunkt ist Stettin (Szczecin in Polen), dann geht’s über Berlin, Leipzig nach Zwickau und schließlich ins Fränkische Hof. Oder das Ganze in umgekehrter Richtung. Egal, ob Sie mehr Pilger*innen oder Entdecker*innen außergewöhnlicher Routen sind, lassen Sie sich inspirieren von einem außergewöhnlichen Landstrich im Südosten Deutschlands, der Sie von der Uckermark, über Brandenburg, der Hauptstadt Berlin, Sachsen, Thüringen bis nach Oberfranken in Bayern führt. Wer weiter will – Endstation Rom.

Und wir packen wieder unseren Gewinnrucksack: Weltenbummler Teesorten

Sie erinnern sich? Unsere Wandervoll-Touren sind immer ein Gewinn. Und bei jeder Etappe, die wir hier bloggen, packen wir ein neues Stück Proviant dazu. Dieses Mal ist es eine Schachtel voller Teespezialitäten der Firma „Lebensbaum“. Wir haben für Sie die Mischung „Welten & Bummler“ ausgesucht. In der Schachtel versammeln sich 15 Teesorten mit viel Geschmack aus vielen Ländern auf kleinstem Raum. Ideal für jeden Rucksack. Alles nachhaltig, biologisch, fair gehandelt und mehrfach preisgekrönt. Das schmeckt uns natürlich besonders lecker. Dazu Teekompositionen, die Sie passend zu Ihrer Stimmung ziehen lassen können: 2 x Beeren & Waldmeister, Berg & Frische, Darjeeling First Flush (g.g.A.), 2 x Earl Grey, Earl Grün, Ingwer & Elan, Jasmin & Grün, 2 x Kaffee Chai, 2 x Kurkuma & Kraft, Lavendel & Ruhe, Linde & Lagerfeuer, Melisse & Heimat, Minze, Minze & Minze, Typisch Chai, 2 x Wald & Kräuter. Vielleicht brühen Sie sich gerade eine Tasse Tee – und schon kann’s losgehen!

Buen Camino! Guten Jakobsweg!

Das ist der Pilgergruß. Damit auch Sie einen „Guten (Jakobs)Weg“ haben, machen Sie sich erst einmal hier mit dem Wegenetz vertraut. Beim Blick auf die Karte werden Sie staunen, wie groß allein bei uns in Deutschland das Netzwerk von Routen und Querverbindungen zum Jakobsweg sind, die alle nach La Compostela führen. Wir bleiben hier auf diesem Blog zunächst in unserem eigenen Land und erleben, wie sich Pilgerwandern „anfühlt“. Allein die Via Imperii war eine bedeutende Fernhandelsstraße, die über 1.800 Kilometer zwischen Stettin und Rom verlief. Auf dieser Route waren bereits im Mittelalter nicht nur Pilger, sondern auch Händler auf ihren Wegen nach Santiago, aber auch Rom und Jerusalem unterwegs. Diese gut frequentierten Wege und Handelsrouten sorgten für Sicherheit und eine erste Infrastruktur. Denn rechts und links dieser Routen siedelten sich Pilgerunterkünfte, Gasthäuser, Gewerke und erste Dienstleistungen an, die für reibungslose Abläufe des Unterwegsseins wichtig waren. Umgekehrt verschafften sie diesen ersten Dienstleistungsstellen Einkünfte. Unser Jakobsweg entlang der Via Imperii erstreckt sich auf 580 Kilometer. Am Ende des Beitrags haben wir wertvolle Links für Sie zusammengetragen, damit Sie Ihre persönliche Route planen und gestalten können.

Sie bestimmen die Länge Ihrer Strecke

Natürlich haben Sie die Wahl, ob Sie die Route einmal als eine ganz andere Form des Urlaubens in Deutschland machen – auf Schusters Rappen, mit dem Rad oder in einem Mix aus ÖPNV und Wanderetappen. Ja, vielleicht wollen Sie einige Etappen auch mit Ihrem PKW machen? Alles ist erlaubt, was gefällt und Ihre Zeit zulässt. Vielleicht macht Ihnen diese Beschreibung auch erst einmal Appetit auf einen ersten Tagesausflug oder einen Wochenendtrip, den Sie bei Gefallen später fortsetzen können.

Mit leichtem Gepäck unterwegs sein

Unsere Route verläuft ausgewogen zwischen Natur und Zivilisation. Das heißt für alle, die sich auf das Abenteuer „Pilgern“ einlassen wollen. Vor allem die Anfänger*innen unter Ihnen können das Packen des Pilgerrucksacks erst einmal üben. Proviant gehört auf jeden Fall hinein: genügend Flüssigkeit ­– Wasser, Schorle oder Tee. Und eventuell einen frisch gemachten Schichtsalat?

Ansonsten haben Sie auf der Via Imperii genügend Möglichkeiten zum Einkehren oder Einkaufen. Mittlerweile finden Sie auch Angebote, wie Sie unbeschwert von Station zu Station pilgern können, während Ihr Gepäck zu Ihren Unterkünften gebracht wird.

Die wichtigsten Stationen im Einzelnen mit Tipps & Adressen

Etappe 1: Von Bernau nach Berlin

Station Mittelalter

Nur ein Katzensprung von Berlin Mitte und dem pulsierenden Leben entfernt, begeistert die Kleinstadt Bernau durch Gegensätze: mit Baukultur, die Mittelalter und Moderne in Einklang bringen. Die restaurierte Stadtmauer schließt den alten Kern mit Stein- und Hungerturm, dem Kantorhaus als ältestem Wohnhaus, dem Museum im Henkerhaus und der spätgotischen St. Marienkirche ein. Auch beim Hussitenfest an jedem zweiten Juniwochenende des Jahres wird das Mittelalter neu wach geküsst. Dann feiert die ganze Stadt mit tausenden Gästen die – erfolglose – Belagerung Bernaus 1432 durch die Hussiten mit Ritterspielen.

Lebendige 1970er

Im neuen Zentrum Bernaus werden Sie unversehens in 1970er Jahre und die Zeit der DDR-Plattenbauten gebeamt. Bernau war nämlich eine der vier Modellstädte der DDR, in welcher in kürzester Zeit pragmatische Wohnungen für viele Bürger*innen geschaffen wurden. Architekturbegeisterte können sich das denkmalgeschützte Ensemble der 1928 bis 1930 für den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund ADGB erbauten Bundesschule anschauen. Dieser Campus im Bauhausstil, benannt nach seinem Architekten Hannes Meyer ist heute ein Seminarzentrum. Es gehört zu den bedeutendste Bauhausobjekten neben Dessau. Nach dem Städtischen ab in den “grünen Link” Bernau durch‘s Biesenthal und ins Bernim | Übernachten in der Pilgerherberge San Lobell |Pennen im Feuerwehr-Wohnmobil

Cölln-Berlin – wo das historische Herz schlägt

Auch Alt-Kölln genannt – der ursprüngliche, historische Stadtteil im heutigen Stadtteil Berlin Mitte. Dort begann im 13. Jahrhundert die Stadtgeschichte.

Etappe 2: Auf Pilgerwegen durch die Mark Brandenburg

Gut zu wissen: Wiederbelebung dieser mittelalterlichen Pilgerroute über die Via Imperii findet in Brandenburg alljährlich am 1. Sonntag im September eine geführte Wanderung von Werneuchen über Löhme und Börnicke nach Bernau statt. Auf dem 17 km langen Weg können Kirchen besichtigt und Kunstwerke bestaunt werden. Auch Rastmöglichkeiten und Schlafstätten finden sich unterwegs. Bei Interesse, hier ist der direkte Link mit interessanten Tipps.

Etappe 3: Luther- und Kulturstadt Wittenberg

Kulturerlebnis ersten Ranges, denn hier reihen sich Sehenswürdigkeiten aneinander: vier UNESCO-Stätten – Lutherhaus, Stadtkirche, Melanchthonhaus und die Schlosskirche – dazu Schloss, Cranachhöfe, die Universität Leucorea, das Rathaus mit seiner Renaissance-Fassade, zahlreiche Bürgerhäuser und all‘ die anderen kunsthistorischen Denkmäler. Das 360°-Asisi-Panorama macht die Zeit um 1517 in faszinierender Weise erlebbar. Dies finden Sie auf der Historischen Meile, wo verträumte Winkel zum Schauen und Genießen einladen – gemütliche Restaurants und Cafés, kleine Geschäfte.

Etappe 4: Leipzig – Kreuzung mit der Via Regia

Dann vergessen Sie bitte erst einmal alles, was Sie über die Messe- und Industriestadt Leipzig gehört haben und staunen, wie sich die Stadt in den letzten Jahren zu einem spektakulären Ort entwickelt hat, den es neu zu entdecken gilt. Die 1165 gegründete Stadt war schon im Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum, durch Johann Sebastian Bach und seine Familie wurde sie zu einem Zentrum der Musik und 1989 zum Mittelpunkt der friedlichen Revolution, die Ost- und Westdeutschland wiedervereinigte. Viele renommierte Verlage machten Leipzig zur Buchstadt, wovon auch die im Frühjahr jährlich stattfindende Leipziger Buchmesse zeugt.

36 Stunden Leipzig – von der „New York Times“ empfohlen

Auch im verführerisch gut aufgemachten Reiseführer der New York Times („36 Hours – 125 Wochenenden in Europa, TASCHEN Verlag, 2015) empfehlen die Autoren Gisela Williams und Jamie Trecker Leipzig: „Im attraktiven Zentrum mit seiner eigenwilligen Mischung aus Barock-, modernen und sozialistischen Bauten findet man Geschäfte, Restaurants, Cafés und Klubs. In die leer stehenden Fabrikgebäude zogen kreative Unternehmer, Künstler und Musiker, an den früher für die Industrie angelegten Kanälen liegen heute Cafés, und die Parks verleihen der Stadt ein angenehm grünes Gesicht.“ (S. 297)

MDR Leipzig

Leider können wir Sie nicht in die von uns bewirtschaftete Betriebsgastronomie der MDR-Zentrale mit ihrem schönen Ambiente einladen, aber wir sind uns sicher, dass Sie in dem vielfältigen Angebot, das Passende für Ihren Geschmack finden werden. Eine erste Adresse für typisch sächsische Abendessen ab 19 Uhr ist übrigens das Traditionsrestaurant „Auerbachs Keller“ in der Mädler Passage, Grimmaische Straße 2-4. Dort soll einst Mephisto Dr. Faust für seinen Pakt „teuflisch“ gut bewirtet haben …

Das Mitarbeiterrestaurant beim MDR in Leipzig – obere Fotoreihe vor der Umgestaltung, untere Fotoreihe nach der Umgestaltung durch Klüh Catering:
Das Bistro beim MDR in Leipzig – obere Fotoreihe vor der Umgestaltung, untere Fotoreihe nach der Umgestaltung durch Klüh Catering u. a. mit Möbeln aus Beton:

WANDER- & PILGERLINKS FÜR IHRE PLANUNGEN

Der Gesamtüberblick über den Pilgerweg der Via Imperii

Hier finden Sie die gesamte Strecke mit allen Möglichkeiten von Ausflügen links und rechts der Route. Ein Eldorado an Ideen und Entdeckungen: Via Imperii

Genaue Angaben zu Orten, Entfernungen, Sehenswürdigkeiten und Unterkünften