Wanderbare Genießerregion Niedersachsen

In unserem Blog-Beitrag zum Thema #heimaternte im Mai ging es um den Spargel als saisonales Königsgemüse mit einem Breitbandspektrum heilsamer Wirkungen. Machen wir uns also im Rahmen unserer „Wanderbar“-Tour direkt auf den Weg entlang der Niedersächsischen Spargelstraße. Damit können wir gleich zweierlei Gelüste stillen: unsere „Nahsucht“, wie das Bedürfnis nach „Tapetenwechsel“ in Corona-Zeiten von einem der größten deutschen Reiseanbieter genannt wird, und unsere Lust auf köstlichen Spargel direkt vom Feld. Dazu machen wir uns auf von West nach Ost durch die Weide- und Moorlandschaften der Mittelweserregion, die ideal mit dem Rad – auch für ganze Familien – zu bewältigen sind. Durch idyllische Orte mit Fachwerkhäusern, gemütlichen Gasthäusern, Hofläden- und Cafés am Wegesrand, die nicht nur mit köstlichem Spargel, sondern auch mit anderen Delikatessen locken. Mit feinen Heidschnuckengerichten, schmackhaften Kräutern – wie Thymian und wildem Majoran, nicht zu vergessen die köstlichen Kartoffeln oder auch verschiedene Honigspezialitäten.

Was ist das neue Gepäckstück für Ihren Gewinnrucksack?

Ja, Sie ahnen es richtig: es ist ein hochwertiger Spargelschäler aus dem Hause WMF für den optimalen Genuss des wunderbaren weißen Golds, wie der Spargel bei den alten Römern genannt wurde.

Entspanntes Radelland Niedersachsen

Moorschnucken

Tister Bauernmoor

Mehr übers Moor erfahren

Seit 2014 befindet sich im Norden des Wagenfelders Ortsteils Ströhen das Europäische Fachzentrum Moor und Klima (EZFM) mit einem Ausstellungs- und Verwaltungsgebäude in Form eines Kranichs – sozusagen als faszinierendes Wappentier der Moore. Über ihn und die Welt der Moore erfahren Sie hier alles Wissenswerte. Das Europäische Fachzentrum Moor und Klima (EFMK) ist auch der Name des Vereins, der sich für die Erforschung und die Bekanntmachung dieser besonderen Biotope stark macht. Er ist auch die Betreibergesellschaft des Ausstellungszentrums, bekannter unter dem Namen Moorwelten. Der Landkreis Diepholz als Initiator des Zentrums bewertet dessen Arbeit als „ausgezeichnetes Angebot, um die Bevölkerung und Gäste der Region aktiv über den Moor- und Klimaschutz zu informieren und einzubinden.“

Entschleunigter „Spurwechsel“ mit Draisine und Moorbahn

Wer sich auf außergewöhnliche Gleise begeben möchte, dem sei die ehemalige Bahnstrecke Rahden – Ströhen (Han.) empfohlen. Sie wird heute als Eisenbahn-Draisinenverkehr für Touristen angeboten. In Ströhen findet der „Spurwechsel“ von der Touristenbahn in die umgebaute ehemalige Moorbahn statt. Die etwa 3,5 km lange Strecke führt durch das bezaubernde Naturschutzgebiet des Neustädter Moores. Sie endet in der Nähe eines romantischen Schäferhofs, wo ein Moorpfad in das Moor hinein beginnt. Dieser Schäferhof Teerling ist ein Zuchtbetrieb für Moorschnucken. Seine Tiere weiden ausschließlich im Naturschutzgebiet und erhalten kein zusätzliches Futter. Moorschnucken sind eine kleine Landschaftsrasse, die zur Familie der Heidschnucken gehört, die wir eher aus der Lüneburger Heide kennen. Die Moorschnucke ist beliebt für ihre weiße Wolle. Aber auch Feinschmecker schätzen ihr Fleisch, das von der EU kontrolliert und limitiert wird.

Nienburg an der Weser
Alte Schulstraße in Nienburg

Auf Bärentatzen durch die Mittelweser-Metropole mit besonderem Flair

Hier kann man nur begeistert fragen: Warum in die Ferne schweifen? Die Kreisstadt Nienburg an der Weser liegt verkehrsgünstig in der Mitte zwischen Bremen und Hannover. Die ehemalige Postkutschenstrecke mit den heute noch vorhandenen, historischen Posthöfen – zum Beispiel in Neustadt am Rübenberge und auch in Nienburg – hat sich in die vierspurig ausgebaute Bundesstraße 6 verwandelt, die das malerische Altstadtzentrum weitläufig umfährt. Wir werden es uns allerdings nicht nehmen lassen, hineinzufahren. Denn die Nienburger Altstadt mit ihren Giebel- und Fachwerkhäusern und vielen schmalen Gassen wollen wir als ein malerisches Schmuckstück unserer „Nahsucht“ keinesfalls verpassen.

Mit seinen etwa 32.000 Einwohner*innen und seinen vielen, kleinen Läden, aber auch mit bedeutenden Unternehmen der Glas- und Chemie-Industrie, bietet Nienburg alles, was ein aufstrebendes Mittelzentrum braucht. Alles begann schon im Jahr 1025, als Nienburg – ‘Neue Burg’ – erstmals urkundlich erwähnt wurde. Schon 1313 bescheinigt eine weitere Urkunde der Siedlung am Weser-Übergang erste Stadtrechte.

Reetgedeckte Häuser in Nienburg

Der schönste Wochenmarkt Europas

Seine 1000-jährige, kompakt gebliebene und schmuckvoll restaurierte Altstadt mit ihren gemütlichen, lebendigen Fußgängerzonen, mit seinem weltweit gerühmten Wochenmarkt, seinem kulturellen Leben samt dem modernen Theater am Hornwerk sowie der Weser-Fahrgastschifffahrt ‘Flotte Weser‘ machen Nienburg zu einem besonders attraktiven Höhepunkt in reizvoller Lage mitten auf unserer Tour durch das  Erlebniszentrum Mittelweser.

Ob der wirklich sehenswerte Wochenmarkt in der Fußgängerzone zu Recht als der „Schönste Europas“  bezeichnet werden kann, ist Betrachtungssache. Jedenfalls wurde er im Jahre 2008 von der gemeinnützigen Stiftung ‘Lebendige Stadt’ unter einhundert Bewerbern zum schönsten Wochenmarkt Europas gekürt.

Wer die besonderen Sehenswürdigkeiten der Nienburger Altstadt nicht verpassen möchte, der begibt sich am besten auf die  „Nienburger Bärenspur“. Einfach den weißen, auf das Pflaster gemalten Bärentatzen folgen – und Sie landen an den schönsten Orten und Plätzen mit Häusern aus dem Mittelalter und der Weserrenaissance. Auf jeden Fall sollten Sie dabei auch unbedingt das Gebäck der Nienburger Bärentatzen kosten. Der Legende nach wurde es 1791 von einer französischen Familie Facompré samt ihrem geheimen Bisquitrezept nach Nienburg gebracht. Bis heute wird das Geheimnis der Zutat, die die Tatzen besonders lange frisch hält, streng gehütet. Ein ortsansässiger Kupferschmied fertigte speziell für sie eine Backform in Bärentatzengestalt – ähnlich dem Siegel des Grafen von Hoya – an. So entstanden die original “Nienburger Bärentatzen”, die sogar gesetzlich geschützt sind. Sie werden noch heute von vielen Nienburger Bäckereien gebacken, nicht immer nach der Original-Rezeptur. Aber immer köstlich.

Nienburger Spargel patentiert und phantastisch

Sooo – nun kommen wir zurück zum Anfang. Da sprachen wir vom patentierten Spargel. Da sich die herausragende Qualität und Geschmack des Spargels in über 150 Jahren über die Nienburger Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen hat, hat ihn sich die Stadt 1996 patentieren lassen und vermarktet ihn seitdem unter einem Gütesiegel. Dieses gilt exklusiv für Spargel, der von den Flächen aus dem Landkreis Nienburg kommt. Seiner berühmten Spezialität hat Nienburg sowohl ein Denkmal in Form des Spargelbrunnens gesetzt, als auch das Niedersächsische Spargelmuseum im Rauchhaus im Garten des Quaet-Faslem-Hauses errichtet. Für Spargelfreund*innen ein Muss, um bestens über das beliebte Edelgemüse informiert zu sein.