Transportwege des weißen Goldes – die Salzstraßen

Was wäre das Leben ohne Salz? Ziemlich fad, geschmacklich gesehen. Und auch ärmer, geschichtlich gesehen. Deshalb möchten wir Ihnen heute im Rahmen unserer Wandervoll-Touren gerne die Salzstraßen vorstellen. Wie der Name schon sagt, wurden auf Salzstraßen Salz transportiert. Sie gehören damit zu den wichtigsten Handelswegen des Mittelalters und brachten den Städten Reichtum und Macht. Damals war der Transport von Waren überaus mühsam und nicht zu vergleichen mit den heutigen komfortablen Möglichkeiten etwa per Bahn oder Flugzeug. Und auch die Qualität der Straßen im Mittelalter ließ doch an der einen oder anderen Stelle zu wünschen übrig. Kein Wunder also, dass nur sehr wertvolle Waren wie Silber, Bernstein, Seide und Gewürze wie Salz über große Entfernungen transportiert wurden.

Lebensadern des Landes

Zu den berühmtesten Salzstraßen zählen die Schleswig-Holsteinische Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck, die mittlerweile auch als Ferienstraße ausgeschildert ist, die Bayerischen Salzstraßen, zum Beispiel von Bad Reichenhall über München zum Bodensee, die Sächsische Salzstraße, auch Böhmische Steige genannt, und die Hallische Salzstraße. Sie läuft von Halle über Leipzig, Claußnitz, Most bis nach Prag. Entlang dieser Routen gibt es viel zu entdecken – Natur, Geschichte und Kultur und Kulturgeschichtliches.

Das Technische Halloren- und Salinemuseum in Halle (Saale)

Wer sich für die Geschichte des Salzes und der alten Handelswege interessiert, sollte zum Beispiel auf jeden Fall hier einen Stopp machen. Halle ist nicht nur die Stadt mit der größten Denkmaldichte deutschlandweit, sondern auch die wichtigste Salzstadt Mitteldeutschlands. Zwölf große Salzstraßen führten im Mittelalter von Halle aus durch ganz Europa. Zahlreiche historische Gebäude existieren noch heute, manche davon als Hotels. Wer auf der Salzstraße unterwegs ist, kann hier einkehren und in historischen Gemäuern schlummern. Seit mehr als 2.500 Jahren verarbeiten die Menschen in der Region Sole zu Salz. 1491 schlossen sich die Salzarbeiter zu der noch heute existierenden Brüderschaft “Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle” zusammen. Diese Brüderschaft, deren Mitglieder Halloren genannt werden, gibt es nur in Halle an der Saale. Und ja, daher kommt auch der Name der leckeren Halloren-Kugeln – angeblich, weil die aus Sahne und Schokolade bestehenden Pralinen an die kugelförmigen Silberknöpfe an den Jacken der Halloren erinnern. 1964 wurde die Produktion von Salz in Halle eingestellt, im Halloren- und Salinemuseum kann man sie aber noch erleben – dort arbeitet der kleinste Salzerzeuger Deutschlands mit einer Jahresausbeute von rund 70 Tonnen.

Ohne Salz geht’s nicht

Wir brauchen Salz, da beißt die Maus keinen Faden ab. Unser Körper benötigt etwa drei Gramm täglich, damit der Stoffwechsel richtig läuft und um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 5 Gramm (etwa ein Teelöffel) für Erwachsene pro Tag. Das ist gar nicht so einfach zu kontrollieren, denn in Europa stecken ca. 70 bis 75 Prozent des verbrauchten Salzes in verarbeiteten Lebensmitteln, vor allem in Wurst, Brot und Käse. Nur die restlichen 25 bis 30 Prozent landen am Tisch aus dem Salzstreuer auf unserem Essen. Wie immer ist es eine Frage der Menge, ab wann Salz schädlich für uns wird. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte seinen Salzkonsum auf jeden Fall geringhalten, denn eine Reduzierung senkt den Blutdruck. Also lieber weniger Salz verwenden, aber dafür eine bessere Qualität oder auch mal etwas Besonderes.

Die Luxus-Würze

Zu den besten Salzen zählen angeblich das Bambussalz aus Nordkorea, das Gourmetsalz „Fleur de Sel“, das Himalaya-Salz (kommt übrigens nicht vom Berg Himalaya, sondern aus einer Salzmine in Pakistan), das hawaiianische schwarze Lavasalz (die Schwarzfärbung entsteht durch Aktivkohle, die dem Salz auch einen leicht nussigen Geschmack verleiht und den Fingern eine schwarze Farbe) und das Rauchsalz aus der Kalahari-Wüste. Diese Luxus-Varianten müssen aber für den normalen Hausgebrauch nicht sein, auch andere Salze geben unserem Leben die richtige wichtige Würze. Kleiner Tipp: wenn man doch mal zu viel des Guten erwischt hat, einfach das versalzene Essen mit Wasser, Milch oder Sahne retten. Auch Frischkäse, Quark oder Crème fraîche neutralisieren den Salzgeschmack.

Schwarzes Hawaiisalz

Himalaya-Salz

Es war einmal … Salzgeschichten

Weil es damals selten war, war es so wertvoll. Weißes Gold wurde Salz genannt und der Ausdruck „Salär“ stammt aus einer Zeit, in der Lohn in Salz ausgezahlt wurde. In den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm von 1812 findet sich ein Märchen, in dem es um Salz geht: „Prinzessin Mäusehaut“. Ein König fragt seine Töchter, womit ihre Liebe zu ihm vergleichen ist. Die Älteste liebt ihn wie das Königreich, die andere wie alle Juwelen auf der Welt. Die jüngste Tochter antwortet, sie habe ihn so lieb wie Salz. Der König ist beleidigt, die unverschämte Tochter soll getötet werden. Wird sie natürlich nicht, es gibt ja ein Happy End. Sie entkommt, und um nicht erkannt zu werden, schlüpft sie in ein Kleid aus Mäusehaut. So gewandet tritt sie in den Dienst eines Königs, der sie in guter Märchen-Manier heiratet. Zur Hochzeit kommt auch ihr Vater. Prinzessin Mäusehaut lässt ihm nur ungesalzene Speisen servieren. Daraufhin wird er ärgerlich und sagt: „Ich will lieber nicht leben, als solche Speisen zu essen!“ Seine Tochter erwidert: “Jetzt wollt Ihr nicht leben ohne Salz, und doch habt Ihr mich einmal wollen töten lassen, weil ich sagte, ich hätte Euch lieber als Salz!” Der Rest ist Friede, Freude, Eierkuchen oder eher: wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Wo kommt’s her?

Zu den ältesten Methoden gehört die Gewinnung aus Meerwasser. Das Wasser wird in flache Becken geleitet, wo es verdunstet. Noch heute wird zum Beispiel in der Camargue oder auch an der Algarve auf diese traditionelle Weise Salz gewonnen. Eine weitere Methode ist die Gewinnung von Salz aus einem Berg, entweder durch Abbau oder durch den Einsatz von Wasser. Und dann gibt es noch die Möglichkeit, durch das Auswaschverfahren an das weiße Gold zu gelangen. Heutzutage ist die Salzgewinnung eine hochmoderne Angelegenheit. Computergesteuert werden in Bergwerken Sprenglöcher gebohrt und mit einer einzigen Sprengung 2.000 Tonnen Salz gewonnen. Oder die Herstellung in großen, geschlossenen Behältern – hier verdampft die Sole zu einem Salzbrei, der dann weiterverarbeitet wird. In Deutschland sind nur noch wenige Unternehmen in der Salzgewinnung tätig. Der mit Abstand größte Salzproduzent ist China mit 60 Millionen Tonnen im Jahr, gefolgt von den USA und Indien. Deutschland liegt mit 14 Millionen Tonnen auf Platz 4.

Multitalent

Salz ist nicht nur ein gutes Mittel zum Würzen, sondern auch zur Haltbarmachung. Schon vor Christi Geburt wurde diese Konservierungsmethode angewendet. Und auch in der Seefahrt war das Salzen von Fleisch zur Haltbarmachung ein gängiges Verfahren, wie Urkunden aus dem Jahr 1300 zeigen. Beim sogenannten Pökeln wird dem Fleisch oder dem Fisch durch die Zugabe von Salz Wasser entzogen. Dadurch wird das Bakterienwachstum gehemmt. Wenn eine Farbgebung und Aromatisierung gewünscht werden, wird Kochsalz mit Salzen der Salpetersäure vermischt. Dadurch erhält das Fleisch eine charakteristische rote bis rosa Farbe. Umröten wird dieser Vorgang genannt. Bekanntestes Beispiel ist Kassler, das gepökelte Schweinefleisch, das so fantastisch mit Sauerkraut schmeckt. Salz im Kochwasser gibt übrigens nicht nur Geschmack, es verkürzt auch die Kochzeit, so bleiben wichtige Inhaltsstoffe erhalten. Und Fisch im Salzmantel ist eine echte Delikatesse, weil der Eigengeschmack des Fisches besonders gut hervorkommt.

Stopp, nicht wegklicken!

Wir sind noch nicht fertig – unser Gewinnspielrucksack wartet doch darauf, weiter gefüllt zu werden! Natürlich gibt es Salz – aber nicht irgendeins. Wir packen ein Glas Kräutersalz (mit 21 Kräutern) der Firma Alb-Gold hinein. Teilnehmen können Sie noch bis zum 9. Juni 2021. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an marketing@klueh.de mit dem Betreff WANDERVOLL.