Zum Weltkusstag am 6. Juli …

… kommt einem spontan der wunderbare, Oscar-prämierte Kinofilm „Cinema Paradiso“ von 1988 in den Sinn. Er erzählt die liebenswert-skurrile Geschichte des Filmvorführers Alfredo und seines kleinen Helfers, des Jungen Toto, der ihm beim Filmeinlegen hilft. Das sizilianische Provinzkino der 1950er Jahre liegt in direkter Nachbarschaft zur gestrengen Kirche. Der Pater zensiert alle Neuerscheinungen und lässt Alfredo alle Kussszenen herausschneiden. Diese Schnipsel erhält Toto in einer Filmrolle, als er Jahre später als berühmter Regisseur anlässlich der Beerdigung Alfredos zurückkehrt …

Heutzutage gehen wir in unseren westlichen Gesellschaften – zum Glück! – viel positiver mit Kussszenen um. Aber in diesen Zeiten der Pandemie, der FFP2-Masken und Abstandsregeln haben wir nochmals über diesen skurrilen Weltkusstag und im Besonderen über genussreiche Alternativen in der aktuellen Situation nachgedacht:

Der Weltkusstag – drei Legenden

Im Netz findet man zu Historie und Ursprung unterschiedliche Erkenntnisse. Der Tag wird zumindest als inoffizieller Feiertag in vielen Kalendern aufgeführt. Bei dem Startjahr ist man noch geteilter Meinung. Einig ist man sich, dass die Idee aus Großbritannien stammt. Ebenso stimmt man überein, dass es an der Zeit war, eine Würdigung für diese zärtliche Geste der Liebe, Zuneigung und Leidenschaft, Freundschaft und Verbundenheit zu schaffen. Dann allerdings scheiden sich die Geister.

ERSTENS – die Legende vom englischen Zahnarzt
Ihm wird nachgesagt, dass er 1980 die Vorteile des Küssens für die Dentalbranche auf den Punkt brachte. „Je mehr sich Menschen küssen, desto öfter putzen sie ihre Zähne“.

ZWEITENS – Küssen gegen strenge Politik
Hier geht die Legende, dass die Erfinder mit dem „Kissing Day“ einen weichen Kontrapunkt zum strengen Regiment und den strikten Moralvorstellungen der damals regierenden “Eisernen Lady” Margaret Thatcher setzen wollten. Der 6. Juli 1990 sollte fortan als Weltkusstag auf dem ganzen Globus ein Signal für die Lebenslust setzen.

Last but not least – DRITTE Variante für den Welttag am 6. Juli 2005
Das britische Pärchen, James Belshaw und seine Partnerin Sophia Severin, stellten an diesem Tag ihren Weltrekord im Dauerküssen auf: 31 Stunden, 30 Minuten und 30 Sekunden hielten sie schlaflos durch. Das ZDF-Format „Logo“ hat herausgefunden, dass der Rekord von einem thailändischen Paar mit 58 Stunden überboten wurde.

Der UN-Beschluss 6. Juli 1990 als erster Weltkusstag
Auch wenn wir uns noch nicht offiziell küssen (sollen), den 31-ten Jahrestag wollen wir feiern. Um diesen Tag weder sang- noch klanglos oder gar ganz ohne Kuss zu begehen, möchten wir hier den fluffig-leichten Schokoladen-Kuss ins Gespräch bringen. Hier ist es wiederum spannend, sich mit seiner Herkunftsgeschichte zu beschäftigen.

„Oh, das ist wie ein Kuss“ – der Schokokuss

“Alle wollen ihn essen, aber niemand will für ihn verantwortlich sein. Der Schokokuss, so scheint es, ist ein Heimatloser. Eine Spezialität ohne Stammbaum. Anders als der Gummibär – klar eine deutsche Erfindung. Oder das Nougat, dessen Schöpfung die Italiener für sich beanspruchen. Um andere Süßigkeiten wie das Marzipan streiten sich sogar mehrere Länder. Aber woher der Schokokuss stammt, bleibt im Dunkeln, wie die Eischneefüllung unter der Schokolade.”

Zitat: Der Tagesspiegel.de 30.10.2011

Trotzdem haben wir mal ein bisschen recherchiert: Er stammt aus der Familie des Schaumgebäcks, das als Baiser (Deutsch: Kuss) aus Frankreich kam und zuerst in Teilen Süddeutschlands bekannt wurde. Bei unseren österreichischen und schweizerischen Nachbarn wurden sie auch Meringue genannt. Der Name ist unklarer Herkunft. Er geht entweder auf Mittellateinisch melinus ‚honigsüß‘ oder auf Lateinisch ‚merenda = Zwischenmahlzeit, Vesperbrot‘ zurück. Eine andere Vermutung geht davon aus, dass der Ortsname der Schweizer Gemeinde Meiringen Pate stand. Dort soll schon 1600 der italienische Zuckerbäcker Gasparini die Eischneeköstlichkeit erfunden haben. Neben dem französischen König Ludwig IVX. wurde die royale Meringue auch von der englischen Königin gekostet. Ihr Ausspruch „Oh, das ist wie ein Kuss“ soll zur Bezeichnung Baiser geführt haben.

Von Schwedenbomben und Schaumküssen mit Zipfel

Die ersten Schokoküsse im heutigen Sinn sollen um 1800 in Dänemark als Flødebolle hergestellt worden sein. In Deutschland wurden Gebäck und der Name erstmals 1892 in Leipzig erwähnt. In nennenswerter Menge kamen die Schokoküsse dann aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts in die deutschen Konditoreien. Die Zucker-Ei-Masse wurde damals getrocknet und entsprach somit einem Baiser.

1920 begann Mayer Junior in der Hansestadt Bremen mit der Fertigung dieser Spezialität in Deutschland. Er fertigt sie bis heute in kleinen Chargen. Auch die 1890 gegründeten Konditorei von Edmund Niemetz im österreichischen Linz, aus der 1930 die “Süßwarenmanufaktur Walter Niemetz” wurde, hat den Mythos weiterentwickelt. Hier wurden 1926 die sogenannten Schweden-bomben entwickelt – als Referenz an einen aus Schweden stammenden Mitarbeiter, der bei der Produktentwicklung geholfen hatte. Diese Bömbchen werden unter gleichem Namen bis heute hergestellt – mittlerweile auch als Eisspezialität – eingebettet in köstlich cremige oder fruchtige Eissorten.

In den 1940-er Jahren stellte die deutsche Firma Köhler ihre Variante des Schokokusses her. Das waren gefüllte Hörnchen, und in der Waffel waren zudem kleine Überraschungen versteckt. Köhler stellt auch heute noch über 20 Varianten von „Köhlerküssen“ her.

Die ersten Schokoküsse in der damaligen DDR wurden vom VEB Grabower Dauerbackwaren gefertigt. Nach der Wende wurden sie bis 2010 von den Grabower Süsswaren als „Schaumküsse“ mit dem charakteristischen Zipfel an der oberen Hemisphäre angeboten. Mit der Übernahme durch die niederländischen Continental Bakeries ist dieser zum Leidwesen vieler Fans verschwunden. Heutzutage werden in Deutschland jährlich etwa eine Milliarde Schokoküsse verzehrt. Bis heute sind die federleicht-fluffigen Kalorien-Bömbchen fester Bestandteil beim Feiern und Snacken. Eine vor allem bei Schulkindern beliebte Form des Verzehrs ist der Schokokuss zwischen zwei Brötchenhälften. Im Umfeld einzelner Schulen wurde der Verkauf untersagt, um eine gesündere Ernährung zu fördern. Allerdings führte dies zu heftigen Schülerprotesten.

Die Produktentwickler haben die Rezepturen und Geschmacksrichtungen ihrer Sortimente stark erweitert und verfeinert – mit Kokossplittern, Nüssen und ganz neuen schaumigen Rezepturen. Wir finden: So ein bisschen Sünde darf einfach mal sein.

Noch ein Wort zu politisch korrekten Küssen

Wir sind uns mit dem „Komitee gegen rassistische Süßigkeiten“ auf change.org einig, dass die Bezeichnung „Mohrenkopf“ eine herabwürdigende Bezeichnung darstellt. Im „Etymologischen Wörterbuch“ von Kluge steht, dass „Mohr“ auf „Mauren, Nordwestafrikaner“ zurückgehe. Das Komitee schreibt dazu, dass Mohr „ganz eindeutig von Beginn an eine rassistische Bezeichnung“ gewesen sei.

Als Klüh-Unternehmensgruppe, die seit vielen Jahren erfolgreich mit einem großen Team von Mitarbeiter*innen aus 122 Nationen für eine multikulturelle Gesellschaft steht, setzen wir uns gemeinsam aus Wertschätzung für die politisch korrekte Bezeichnung ein und bieten Ihnen in unseren Locations selbstverständlich Schokoküsse an.

In diesem Sinne wünschen wir allen unseren Leser*innen einen wundervollen Internationalen Tag des Kusses.