Klüh-Gespräche am Küchentisch: Hier geht’s um die Wurst

Nehmen Sie Platz und freuen Sie sich auf eine neue Folge unserer Blog-Reihe „Klüh-Gespräche am Küchentisch“! Heute haben wir unseren aus Kasachstan stammenden Kollegen Niko Witorski zu Gast. Seit Oktober 2015 ist er, wie er selbst sagt, „Klüh’klich“.
Davor war er 17 Jahre in der 5*Hotellerie – vom Hilton übers Innside bis zum Jumeirah in Dubai – und hat eine IHK-Weiterbildung als Catering Manager in Dortmund absolviert. Als Betriebsleiter beim WDR in Köln hat er so einiges zu erzählen – zum Beispiel über Stoffwechsel, die KLÜH@HOME BREAKFAST-BOXEN und Bratwürste.

Fangen wir doch mal mit dem letztgenannten Thema an – Herr Witorski, was hat es mit den Bratwürsten auf sich?

Niko Witorski: Das war eine Aktion mit dem Namen „DAS KÖLSCHE ORIGINAL“, die im Juli hier bei uns in Köln durchgeführt wurde. Wir haben draußen den Grill angeschmissen und für die WDR-Mitarbeitenden leckere Bratwürste gegrillt.

Und was war so besonders daran?

Niko Witorski: Die Wurst selbst und der Ketchup. Die Würste haben wir von der Metzgerei Eckart geliefert bekommen – das ist eine traditionelle Kölner Wurstküche in fünfter Familiengeneration, die nur 100% bestes Freiland-Fleisch von familiengeführten, regionalen Bauernhöfen anbieten. Und dann natürlich der Ketchup. Der kam von Alex Moll, dem Chef des Kölner Theaters „Filmdose“. Das war richtig lecker, die Gäste waren begeistert. Wir haben die Bratwürste klassisch mit Pommes oder Brötchen angeboten und hatten in kürzester Zeit fast alle verkauft.

Links im Bild Klüh-Betriebsleiter Niko Witorski, rechts Alexander Moll, Theater in der Filmdose

Was ist das Geheimnis der perfekten Bratwurst?

Niko Witorski: Kross muss sie sein!

Wenn der Ketchup so lecker war – hat Herr Moll Ihnen eigentlich das Rezept verraten?

Niko Witorski: Nope, hat er natürlich nicht!

Wie ist die Zusammenarbeit eigentlich entstanden? Kannten Sie sich schon vorher?

Niko Witorski: Nein. Claudia Günther, Marketingmanagerin bei Klüh Catering, ist auf mich zugekommen. Sie stand im April vor der Aufgabe, 69 Tausend Bio-Einwegbecher aus den Klüh Catering-Beständen vor dem Kompost zu retten (siehe dazu auch den Blogbeitrag „Gastronomen helfen Gastronomen“ vom 6. Mai 2021). Über die Fotografin Silke Steinraths wurde der Kontakt zu Alex Moll hergestellt, der sich sofort bereit erklärte, zu helfen. Und so wurden drei Paletten und 61 große Kartons auf dem Vorplatz der Filmdose abgeladen und von da aus weiterverteilt, zum Beispiel an die Privatinitiative „Straßenwächter“, die sich für Obdachlose auf Kölns Straßen engagiert. Der Vorplatz dient sonst der Außengastronomie, war wegen Corona aber natürlich geschlossen. Hier serviert Alex Moll auch seine lokale Bratwurst mit hausgemachtem Ketchup.

Links Niko Witorski, rechts Kristoffer Kohtz (Regionalleiter)

Alexander Moll, Theater Filmdose 

Mal abgesehen von den besonderen Aktionen wie „DAS KÖLSCHE ORIGINAL“, gibt es außer der klassischen Mittagsverpflegung noch weitere kulinarische Angebote beim WDR?

Niko Witorski: Ja, wir haben sowohl im Betriebsrestaurant des WDR als auch in der Pausenzone des Beitragsservices ein Frühstücksangebot, Kaffee-Stationen, ganztags Zwischenverpflegung, Konferenz-Bewirtung und Caterings auf dem Produktionsgelände des WDR. Wir machen viele eigene Aktionen, zum Beispiel „Lieblingsgerichte der Klüh-Mitarbeitenden“, Wunschgerichte der Gäste, die mit Vornamen ausgelobt werden, BBQ´s und vieles mehr. Täglich gibt es frisches Obst.

Alle Fotos oben: Silke Steinraths Photography

Welche Gerichte kommen besonders gut an?

Niko Witorski: Die Vegetarier und Veganer lieben unsere Happy Veggi-Bowl oder unsere hausgemachten Veggi-Currys. Gäste, die etwas Deftiges brauchen, bevorzugen unseren Rheinischen Sauerbraten. Noch müssen wir auf unser großes Vorspeisen- bzw. Salatbuffets verzichten, daher machen wir frische Salatteller mit verschiedenen Toppings, was auch sehr gut angenommen wird.

Und dann gibt es ja noch die KLÜH@HOME BREAKFAST-BOXEN – können Sie uns etwas darüber erzählen?

Niko Witorski: In den KLÜH@HOME BREAKFAST-BOXEN ist alles drin, was den Start in den Homeoffice-Tag perfekt macht – von Brot bis Cookie, von Orangensaft bis Kakao, von Obst bis Müsliriegel, von Marmelade bis Blutwurst. Und weil die einen mehr und die anderen weniger frühstücken, gibt es ein „Kleines Glück“ und ein „Großes Glück“, das auf Bestellung direkt nach Hause ins Homeoffice geschickt wird. Die Frühstücks-Boxen sind gut angekommen. Wir haben zusätzlich noch die Kaffeeklatsch-Box mit hausgebackenen Kuchen im Weck-Glas zusammengestellt.

Die Idee zu den Boxen ist ja durch Corona und das Homeoffice entstanden. Wie hat sich die Pandemie sonst ausgewirkt?

Niko Witorski: Nachdem die nötigen Infektionsschutz-Maßnahmen implementiert wurden, hat das Betriebsrestaurant einen leichten „OP-Saal-Charme“ bekommen: in der Küche wird täglich Fieber gemessen, getestet – der ohnehin strenge Hygiene-Status hat nochmals ein Upgrade bekommen, Selbstbedienung wurde fast komplett abgestellt. Das gewohnte Lächeln im Gesicht der Gäste ist leider unter der Maske verschwunden, die Kommunikation auch bedingt durch die Trennwände ist schwieriger geworden. Trotz dieser Umstände, die die Pandemie uns beschert hat, haben wir den hohen Standard und die Freundlichkeit behalten, den Mut nicht verloren, noch flexibler und schneller auf neue gesetzliche Infektionsschutz-Regeln reagiert und diese auch umgesetzt. Wir mussten alle umdenken, um am Ball zu bleiben.

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?

Niko Witorski: Das Beste ist die Vielfalt – Gastgeber zu sein, der die Firma Klüh repräsentiert, das hohe Niveau unserer Küche und der Präsentation, mein super Team, der freundlich entgegenkommende Kunde, die Wertschätzung der Gäste und des Regionalleiters für die tägliche Arbeit.

Dieser Beruf kann – zumindest nicht vollständig – digitalisiert werden. Unser Beruf ist und bleibt immer Handwerk und zeichnet sich durch Kreativität aus, das kann nicht von Maschinen ersetzt werden. Gleichwohl finde ich unsere digitalen Programme faszinierend, die uns die tägliche Arbeit erleichtern. Als Betriebsleiter habe ich viele Aufgaben, so bin ich zum Beispiel Mentor für meine Mitarbeiter und Vorbild, ich bin Bindeglied zwischen Kunde und Klüh Catering, der „Küchenchef“ als Ansprechpartner für Gäste. Dabei ist es ist immer das Beste, die Freude und das Feedback direkt von den Gästen zu bekommen – denn darum geht es doch: möglichst alle glücklich zu machen, die Gäste, den Kunden und die Firma Klüh Catering stolz zu präsentieren. Und die freien Wochenenden sind natürlich ein riesiges Bonbon!

Apropos Bonbon – achten Sie eigentlich auf Ihre Ernährung?

Niko Witorski: Es ist sicherlich sehr wichtig, dass man sich gesund ernährt. Ich bin jedoch auch ein Teilzeit-Gourmand. Ich versuche, meine Ernährung im Gleichgewicht beziehungsweise ausgewogen zu halten. Zunächst einmal habe ich mich damit beschäftigt, was ich gut verstoffwechseln kann und was mir nicht so guttut. Ich habe Blutgruppe 0, das ist die ursprünglichste Blutgruppe. Demnach sind für mich Eiweiß, Getreide, Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte (außer Kidneybohnen) am besten. Exotische Früchte wie Melone oder Ananas vertrage ich leider nicht so gut. Demensprechend gestalte ich die Auswahl und die Qualität meiner Lebensmittel, schließlich ist gutes Essen auch etwas, was dem Körper guttun sollte. Außerdem achte ich sehr auf Regionalität, gute Tierhaltung und die Frische der Lebensmittel.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Witorski!