Kokosnuss – harte Schale, leckerer Kern

Kennen Sie Kokovorismus? Nein? Uns ging es ähnlich. Wir kennen zwar die exotische Kokosnuss – aber Kokovorismus? Der 2. September, als Internationaler Tag der Kokosnuss, ist für uns Anlass, uns diesen „Ismus“ näher anzuschauen. Die Geschichte dahinter ist interessant bis abenteuerlich und zeigt, dass die Kokosnuss sicherlich hart zu knacken ist, aber neben jeder Menge Nahrhaftem auch viele erstaunliche wie heitere Facetten aufweist, die wir Ihnen hier näherbringen wollen.*

Erinnern Sie sich noch? An unser Gewinnspiel, bei dem Sie übrigens noch bis zum 12. September 2021 mitmachen können?!

Gewinnen können Sie das folgende, wunderbare Kochbuch: In unserem Blogbeitrag vom 31. August 2021 haben wir in dem prächtigen Kochbuch „Hawaii in meiner Küche“ der Illustratorin und Amateurköchin Cyndia Hartke geblättert (in jenem Beitrag finden Sie auch die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel). Schicken Sie uns einfach eine Mail bis zum 12.09.2021 mit dem Betreff „Hawaii“ an marketing@klueh.de.

Als Ausklang für den Sommer empfehlen wir Ihnen ein leckeres Gericht aus der Klüh-Küche, bei dem Sie die hier beschriebene Kokosnuss köstlich in Szene setzen und schon mal vom nächsten Sommerurlaub träumen können:

Rezept aus der Klüh-Küche zum Nachkochen

Einen echten “Klassiker” aus der asiatischen Küche stellen wir Ihnen nachfolgend vor – und ein besonders beliebtes Gericht aus der Klüh-Küche:

Buntes Kokosgemüse mit Jasminreis

Zutaten für 3 – 4 Personen (Zubereitungszeit ca. 40 Min.)

  • 300 g Jasminreis (Sie können auch Basmatireis nehmen)
  • Pflanzenöl
  • 1 – 2 Knoblauchzehen (je nach Belieben)
  • 300 g Möhren (bzw. 4 Stück)
  • 200 g Lauchzwiebeln
  • 500 g Brokkoli TK oder frisch
  • ca. 400 g Paprika, rot und gelb (bzw. 2 Stück)
  • 300 g Tomaten
  • 400 ml Kokosmilch (bzw. 1 Dose)
  • 30 g Kokosraspeln
  • Currypaste, gelb oder Currypulver (z. B. Madras-Curry mild)
  • Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer

Reis in einem Topf mit Wasser und 1 TL Gemüsebrühe nach Herstellerempfehlung garen. In der Zwischenzeit Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Lauchzwiebeln waschen und in grobe Ringe schneiden. Wir haben hier TK Brokkoli genommen: In einem Topf mit Wasser kochen, so dass er noch ein wenig bissfest ist (oder nach Belieben). Paprikaschoten halbieren, entkernen, abspülen und dann in Würfel schneiden. Tomaten ebenfalls waschen und in Würfel schneiden. Zunächst den kleingehackten Knofi in einer großen Pfanne in Öl kurz anbraten, aus der Pfanne nehmen; dann die Möhren kurz anbraten, danach die Hitze reduzieren und bis etwa zum gewünschten Grad der Bissfestigkeit garen. Anschließend die Lauchzwiebeln in die Pfanne geben, dünsten. Danach folgen Paprika- und Tomatenwürfel. Den Brokkoli abschütten und anschließend in die Pfanne geben – Kokosmilch aufgießen und den Knofi noch dazugeben.

Das Gemüse mit Currypaste oder -pulver, Salz und Pfeffer abschmecken, alles vorsichtig umrühren. Die Kokosraspeln in einer kleinen Pfanne leicht anrösten und zum Schluss über das Gemüse streuen. Mit dem Reis servieren. Wir wünschen Ihnen guten Appetit!

Die Kokosnuss – näher betrachtet

Trotz ihres Namens ist sie botanisch gesehen keine Nuss, sondern eine einsamige Steinfrucht. In unseren Breiten bekommen wir sie übrigens direkt als die behaarte Nuss ausgeliefert. Eigentlich ist sie von Mutter Natur in einer lederartigen Schutzhülle in Gelb-, Grün- oder Brauntönen verpackt.  Die wird für den weltweiten Export direkt nach der Ernte entfernt. Allerdings hat diese Schutzhülle ursprünglich einen tieferen Sinn: Denn eine Kokosnuss wartete nicht erst, bis Eroberer oder Entdecker im 18. Jahrhundert vorbeikamen, um sie wie die Äpfel, Kartoffeln oder den Mais als exotische Delikatessen auf den Speiseplänen der Kontinente einzuführen. Sie haben sich einfach vom Palmenstrand ins Meer fallen lassen. Wieder angespült an Land, treibt der salztolerante Keimling schnell Wurzeln in den Sand und kann, wenn Boden und Klima mitspielen, nach wenigen Jahren schon die ersten Früchte produzieren, die ihrerseits ins Meer kullern, wenn sie nicht geerntet werden.

Ein Name mit Geschichte und Gesicht

Der Begriff Kokos kommt aus dem Altgriechischen. κόκκος (kókkos) beziehungsweise vom lateinischen coccus. Beides bezeichnet einen Fruchtkern oder eine Beere. Daraus leitete sich dann später die spanische bzw. portugiesische Bezeichnung „coco“ ab. Die meinte ursprünglich die runde Form der Kokosnuss.

Weltenbummler mit langer Tradition

Die ursprüngliche Herkunft liegt in tropischen Breiten: vor mehr als 3000 bis 4000 Jahren wuchsen sie als prächtige Palmen an Küsten und Stränden, wie wir sie heute als Traumbilder von Karibik im Kopf haben. Dort konnten sie vor ihrer Kultivierung einfach ins Wasser plumpsen und sich Dank jener oben beschriebenen lederartigen Hülle von den Ozeanen viele Seemeilen treiben lassen und dabei noch keimfähig bleiben.

Das französische Agrarforschungsinstitut Cirad in Montpellier hat 2011 eine Genanalyse der globalen Kokosnuss vorgelegt. Sie wollen herausgefunden haben, dass die Menschen bereits in prähistorischer Zeit die nahrhaften und haltbaren Früchte ernteten.

Es wird vermutet, dass die Kokosnuss zuerst auf der Inselgruppe Melanesien im Stillen Ozean heimisch war. Zu ihr gehören u. a. Papua-Neuguinea und die Fidschi-Inseln. Heute sind die großen Kokospalmen-Kulturen in Indien, Sri Lanka, Malaysia, Indonesien, Brasilien, Elfenbeinküste sowie auf den Philippinen, den Westindischen Insel sowie der Dom Rep anzutreffen. Die Kokospalme wird in vielen Völkern Südostasiens als der „Baum des Lebens“ verehrt.

Ein Tausendsassa der Verwertbarkeit

Es gibt nur wenige Pflanzen wie die Kokospalme, die komplett nutzbar sind. Denn nicht nur die Kokosnüsse lassen sich als Früchte zum Verzehr in verschiedensten Darreichungsformen oder auch für Kosmetika anbieten. Auch der Stamm der Kokospalme ist ein beliebtes und robustes Material für den Haus- oder Schiffsbau. Selbst aus den Palmwedeln lassen sich Gebrauchsgegenstände wie Matten, Seile oder leichte Möbel herstellen. Wegen ihrer Wasser abweisenden Oberfläche werden sie in tropischen Ländern gerne für Bedachungen von Häusern und Hütten eingesetzt. Somit gehört die Kokospalme heute zu den weltweit wichtigsten Nutzpflanzen.

Palmen vor dem Klimawandel bewahren

Palmen, weiße Strände, der Himmel und das Meer blau – vier Elemente, die uns beim Thema Traumurlaub durch den Kopf gehen. Allerdings müssen die paradiesischen Pflanzen seit 1994 weltweit vor Viren, die unter anderem durch die Erderwärmung hervorgerufenen werden, geschützt werden. Das französische Forschungsinstitut CIRAD (Centre de Coopération Internationale en Recherche Agronomique Pour le Développement) setzt sich in Zusammenarbeit mit Forscherinnen und Forschern aus den Anbauländern dafür ein, dass die Kokospalme als wichtige Erwerbs- und Nahrungsgrundlage für die Menschen in den tropischen Regionen erhalten bleibt.

Aus unseren Küchen nicht mehr wegzudenken

Die jährliche Ernte aus den mehr als 90 kokosproduzierenden Ländern wird von der FAO (Welternährungsorganisation) auf 60 Millionen Tonnen geschätzt. Kokosmilch und -wasser, Kokosrapeln und -chips, Kokosöl – die Kokosnuss steht wie keine andere für den exotischen Geschmack von Sonne, Strand und Meer in unseren Küchen. Das meist weiße Fruchtfleisch besteht größtenteils aus Wasser und Fett sowie aus Ballaststoffen, Eiweiß und einem Nährstoffmix aus Kalium, Calcium, Magnesium und Vitamin C. Es ist die wohlschmeckende Basis für Drinks, Shakes, Desserts, Süßigkeiten, aber auch für Suppen, Saucen und Bowls.

Flüssigkeiten Gemahlen & geröstet Verarbeitet
Kokoswasser

·        leichter Durstlöscher –
für Sportler geeignet

·        Kalorienarm 15 – 20 Kcal/100 g

·        Isotonisch durch hohen Kaliumgehalt

 

 

 

 

Kokosmehl

·        Aus weißem Fruchtfleisch, getrocknet, entölt u. fein gemahlen

·        Im Vergleich zu Weizen-vollkornmehl

3 x so viele Ballaststoffe, mehr Fett u. Eiweiß

Weniger Kohlenhydrate

allerdings viele Kalorien

·        Glutenfrei – geeignet bei Zöliakie

 

Kokosmus

·        Fein gemahlenes Fleisch der Kokosnuss

·        Reich an Kalium

·        ½ Eiweiß wie die meisten Nüsse

·        Energiegehalt = 360 Kcal. / 100 g

·        Enthält Folsäure u. andere wertvolle B-Vitamine

·        Keine Zusatz- od. Konservierungsstoffe bei BIO-Qualität

·        Geöffnet mehrere Wochen bei Zimmertemperatur zu lagern

·        Zum Binden für Currys u. Desserts

Kokosmilch

·        Aus reifem Kokosfleisch gewonnen, mit Wasser püriert u. abgeseiht

·        Fettgehalt höher als bei anderen Milchersatz-produkten – 18 – 21 g/ 100 ML, 60 – 120 Kcal.

·        Cholesterinfrei – kann aber Zucker enthalten

·        Gekühlt haltbar 2 bis 3 Tage

 

Kokoschips

·        Aus Fruchtfleisch gewonnen

·        In feine, dünne Streifen geschnitten, geröstet, manchmal auch karamellisiert mit Kokosblüten od. Vollrohr-zucker

·        Für Salate, Deserts, Müslis, Verfeinern von Backwaren, Kuchendeko

 

Kokosöl

·        aus zerkleinertem Frucht-fleisch

·        „nativ“ = naturbelassen, kalt gepresst

·        Bei 25 Grad ist Kokosöl fest u. weiß

·        > 26 Grad klar u. flüssig

·        „virgin“ = kalt gepresst, NICHT gebleicht, raffiniert, gehärtet, OHNE Zusatzstoffe

·        Lässt sich hoch erhitzen –zum Braten u. Frittieren geeignet

·        Leicht verdaulich

·        Antivirale u. antibakterielle Wirkung durch Laurinsäure

Kokosdrink

·        Bestehend aus Kokosextrakt u. hauptsächlich Wasser

·        < 10% aus Kokosmilch od. Fruchtfleisch

 

Kokosraspel

·        Aus getrocknetem Fruchtfleisch

·        Erst geraspelt, dann getrocknet

·        Für Süßspeisen, Kuchen, Gebäck

·        Durch Pressung zu Kokosöl zu verarbeiten

 

Kokosblütenzucker

·        Aus dem Nektar der Kokos-palme

·        Zu Sirup eingekocht, anschließend gemahlen

·        Im Ggs. zu Haushaltszucker:

Geringer glykämischer Index

durch keine Studie belegt)

·        In Maßen genießen

*Der Erfinder des Kokovorismus, einer Ernährungsweise auf Basis von Kokosnuss, gilt der Deutsche August Engelhardt (1875 – 1919). Als ausgebildeter Apotheker hatte er ein großes Interesse für die Fragen zur gesunden Lebensführung, die vor allem seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der Lebensreformbewegung aufgegriffen worden waren. Dies führte ihn schließlich 1902 als Kokosapostel nach Deutsch-Guinea im Pazifik. Dort erwarb Engelhardt auf der kleinen Insel Kabakon eine Kokosplantage von 75 Hektar, wo er seine Philosophie zum Kokovorismus als Live-Studie ausarbeitete und lebte.