Klüh Catering schließt den Streuobstpakt

Streuobstwiesen erleben eine Renaissance. In Lifestyle-Zeitschriften, der Publikumspresse und auf Bioportalen erfahren sie sehr viel Zuspruch. Es geht wieder „Zurück zur Natur“. Das ist gut so. Wiesen, auf denen groß ausladende Apfel-, Birnen- und Kirschbäume „verstreut“ sind, gelten als DIE „Hotspots“ für Artenvielfalt und sichern den Fortbestand ­regionaler, alter Obstsorten. Lecker, knackig und gesund ist’s dabei auch noch. Als Düsseldorfer Familienunternehmen nehmen wir unsere Fairantwortung für Ökologie und Ökonomie zum Wohle der Menschen und unserer Gesellschaft gerne mit Freude an. Unser vielfältiges Engagement ist daher kein kühl kalkuliertes Marketing, sondern ist uns eine Herzensangelegenheit. Denn: Liebe geht durch den Magen. Ein weiteres Projekt für dieses noch junge Jahr ist unser „Streuobstwiesen-Pakt“, mit dem wir ein weiteres Zeichen unseres Engagements für nachhaltige Landwirtschaft setzen wollen. Los geht’s!

Was sind eigentlich Streuobstwiesen?

Das sind hauptsächlich starkwüchsige, hochstämmige und großkronige, ältere Obstbäume, die in weiträumigen Abständen – „verstreut“ auf einer großen Wiese oder auch auf Ackerland stehen. Seit dem Mittelalter bis in die 1970er Jahre gehörten Obstwiesen um kleinere Städte und Dörfer herum zum Landschaftsbild Deutschlands und waren eine Art „Bullerbü-Freiraum“, ein natürliches Biotop der Artenvielfalt sowie ein Paradies für Selbstversorger. Dort wuchsen alle wichtigen Mittel zum Leben zur Versorgung über das ganze Jahr. Zum Naschen, vor allem aber zum Ernten für die eigene Vorratshaltung. Dazu gehörten auch die Traditionen des Einmachens, -weckens und Einkochens.

Das perfekte Biotop für Artenvielfalt

Diese aus dem Mittelalter erwachsene, menschengemachte Kulturlandschaft in der Kombination Streuobst und Wiese, erzeugt auch heute noch – oder wieder – eine Biodiversität, wie sie sonst selten anzutreffen ist. Denn der Streuobstanbau ist an sich sehr vielfältig. Auf Streuobstwiesen wird, anders als auf ertragsorientierten modernen Obstplantagen, keine Monokultur betrieben. Die Bäume mit unterschiedlichen Obstsorten sind gemischten Alters. Bei guter Pflege können sie 100 Jahre alt werden. Gerade diese alten Sorten werden heute geschätzt und stehen unter Naturschutz.

Die Renaissance der Streuobstwiesen

Mit dem Bauboom seit den 1960er Jahren, wurde die „Grüne Wiese“ für den Straßen- und Siedlungsbau immer weiter zurückgedrängt. Bis in die 1970er Jahre wurden vom Staat sogar extra Prämien für die Obstbaumrodung gezahlt – für den Verkauf dieser Grünflächen als Baugrund. Zu der Zeit war das Umweltbewusstsein in weiten Teilen der Öffentlichkeit nicht so ausgeprägt. Gleichzeitig wurde die Landwirtschaft industrialisiert durch den Einsatz moderner technischer wie technologischer Methoden und durch Maschinen effizienter. Daraus entwickelte sich das Plantagenprinzip, das den klassischen Land- und Ackerbau zunehmend ersetzte. Die Globalisierung machte sich auch in den Supermärkten bemerkbar mit Erdbeeren und anderen Obst- und Gemüsesorten, die das ganze Jahr über zu kaufen waren und noch sind. Seit den 1980er Jahren setzen sich Naturschutzverbände, wie NABU oder der BUND für die Wiederbelebung von Streuobstwiesen ein. Naturschützer, Landwirte und kleinere Produzenten schlossen sich der Bewegung an. Bei der ersten Klimakonferenz in Rio 1992 wurde die Wiederbelebung der Streuobstwiesen integriert. Mittlerweile stehen sie unter Naturschutz.

Zurück ins Apfelparadies

Als Caterer wollen wir von Klüh mit gutem Beispiel vorangehen und gleichzeitig dazu beitragen, ein Bewusstsein zu entwickeln, dass eine gute Ernährung für uns und die Umwelt förderlich sind. Wir sehen uns in der Fairanwortung als Botschafter*innen für eine neue Esskultur bei unseren Kund*innen und Tischgästen. Wenn’s ihnen schmeckt und gut tut, dann wird sich dieses Bewusstsein auch weiter fortsetzen.

Seitdem wir uns verstärkt mit Umweltbelangen beschäftigen, haben wir neben neuen grünen Produktlinien auch die Initiative ergriffen, zusammen mit Landwirten und Zulieferern konkret tätig zu werden. Da war zunächst die Aktion für die Bienen, es folgte die Förderung von Grünstreifen. Bei der Aktion lernten wir Peter Schneider aus Goch. Er ist Landwirt aus Familientradition und seit 2016 aus Überzeugung von der konventionellen zur Biolandwirtschaft umgestiegen. Über die Blühstreifen ist unsere gemeinsame und beliebte Kürbisaktion im Herbst entstanden.
Siehe hierzu unseren Blogbeitrag . Da war es nur ein kurzer Weg, dass wir mit ihm einen Streuobstwiesenpakt ab diesem Jahr abschließen und Pate für eine 2 Hektar große Fläche sind.

Der Deutschen beliebtestes Obst mit einem riesigen Fundus an Zubereitungsarten und Rezepten ist der Apfel. Zusammen mit Peter Schneider haben wir uns entschlossen, vor allem erhaltenswerte Apfelsorten, die heute nur noch wenig angebaut werden, zu fördern und so wieder zum Blühen zu bringen. Und natürlich freuen wir uns schon jetzt, von der Ernte zu partizipieren und Sie an Verkostungen teilhaben zu lassen. Frischer geht’s nicht.

Biss zur Apfelernte

Schon im Paradies spielte der Apfel als die Frucht der Erkenntnis eine tragische Rolle und brachte Eva in Verruf. Dazu kann man geteilter Meinung sein. Immerhin gab es den Apfel in Wildform bereits in der Steinzeit in den gemäßigten Zonen der Erde. Er gehört in die Familie der Rosengewächse. Im Gegensatz zu den meisten Getreidesorten, die selbstbefruchtend sind, braucht ein Apfelbaum Insekten, vor allem Bienen und Hummeln, als fleißige Pollenkuriere an den Blüten. Apfelbäume brauchen diese Befruchtung mit Pollen anderer Apfelsorten. So erkennen wir hier die besondere Wichtigkeit der Bienen für unsere Umwelt und unsere Ernährung. Und da Peter Schneider schon immer Wert legte auf Blühstreifen, Hecken- und Baumbepflanzung und Artenvielfalt, sind wir mit unserer Streuobstwiese bei ihm bestens platziert.

Im Herbst letzten Jahres hat er daher Bäume folgender Sorten – natürlich mit mit Bio-Zertifikat angepflanzt. Die meisten von ihnen gelten als sehr robust, Allergiker freundlich mit weiteren guten gesundheitlichen Benefits und bieten eine köstliche Geschmacksvielfalt. Um den Ernteerfolg zu pushen, hat uns Peter Schneider gezeigt, dass er von den 30 Neuanpflanzungen bereits 10 größere Setzlinge mit einem Stammdurchmesser von 8 bis 10 cm Stamm eingepflanzt hat, die schon in diesem Jahr zu beernten sind und eine erste kleine Startmenge darstellen können. Hinter vorgehaltener Hand dürfen wir auch verraten, dass sich zu den Apfelbäumen auf der Streuobstwiese auch noch einige mit Pflaumen, Birnen und einer köstlichen, alten gelben Kirschart gesellen werden.

Gemeinsam mit Peter Schneider rufen wir Ihnen an dieser Stelle zu: „Auf eine fruchtbare Zukunft.“ Wir werden Sie hier im Blog auf jeden Fall auf dem Laufenden halten und ihnen noch weitere köstliche Einsichten aus der Pomologie, wie die Wissenschaft der Obstbaumkunde heißt, liefern. Versprochen.

Ein „Bisschen“ mehr Lesestoff – Apfelsorten (Bioland-Qualität)

SORTE EIGENSCHAFTEN
1. Brettacher Gewürzapfel

 

 

Der Brettacher, auch Brettacher, BaWü Gewürzapfel oder Brettacher Sämling.
Die Äpfel sind sehr groß und eher säuerlich im Geschmack. Brettacher sind vor allem zum Backen, Kochen oder für Most geeignet.
2. Holsteiner Cox

 

 

 

 

Die Apfelsorte ‘Holsteiner Cox’ ist eine norddeutsche Sorte aus Schleswig-Holstein. Nahe der Küste ist sie weit verbreitet und hat dort als eine von mehreren Hauptsorten große regionale Bedeutung. Der Apfel ‘Holsteiner Cox’ wurde 1920 im Garten des Obstzüchters und Kunstmalers Johannes Vahldiek entdeckt.
3. Doppelpison

 

Alte norddeutsche Sorte um 1850. Geschmack / Aroma: aromatisch, würzig mit feiner Säure, für Allergiker geeignet, Genussreife: ab Ende Oktober, gute Lagerfähigkeit. Verwendung: Tafelapfel, Wirtschaftsapfel, zum Frischverzehr, Kompott, Mus, Saft.

 

4. Celler Dickstiel

 

‘Krügers Dickstiel’, auch als ‘Celler Dickstiel’ bekannt, ist der Name einer beliebten deutschen Apfelsorte, die sich durch ihr gutes Aroma auszeichnet (um 1850). Höchstwahrscheinlich wurde die Sorte zuerst in Mecklenburg oder in der Region Celle angebaut. Letzteres würde auch eine Erklärung für das Synonym ‘Celler Dickstiel’ bieten. Zum Liebling vieler Apfelfreunde wird der ‘Celler Dickstiel’ durch sein besonderes Aroma: Der leicht säuerliche Apfel beeindruckt mit einem würzig-blumigen Fruchtaroma, weshalb er zu den geschmacklich besten Apfelsorten gezählt wird.

 

5. Boskoop, auch Schöner aus Boskoop

 

Klassischer Winterapfel.
Bei uns in Deutschland findet man den Apfel oft auch unter dem Namen ‘Boskop’, mit nur einem „o“. Er zählt zur Gruppe der Renetten und ist schon lange eine klassische Sorte unter den alten Kulturäpfeln. Der ‘Boskoop’ ist als Zufallssämling entstanden, und zwar 1856 in den Niederlanden, genauer gesagt in Boskoop. Ein Jahrhundert später war der ‘Boskoop’ schon eine weit verbreitete Standard-Apfelsorte in den Niederlanden und auch in Deutschland. Hier wird er vor allem am Bodensee, im Rheinland und an der Niederelbe angebaut. 1923 wurde im Rheinland eine Knospenmutation entdeckt: Der sogenannte ‘Rote Boskoop’. Dieser gleicht dem ‘Schönen aus Boskoop’ in allen Merkmalen, lediglich die Schale ist anders gefärbt als die Ausgangsform. Beeindruckend an den Äpfeln des ‘Boskoops’ ist zunächst ihre Größe: Sie können bis zu 200 Gramm wiegen. Die Äpfel haben einen typisch säuerlichen Geschmack und ein intensives Aroma.
6. Gravensteiner

 

Der Gravensteiner ist eine heimische Apfelsorte, die zuerst im 17. Jahrhundert im Norden Deutschlands und in Dänemark angepflanzt wurde. Aus ökologischer Perspektive bietet der Gravensteiner den Vorteil, dass er in Deutschland beheimatet ist. In der Saison bekommt man ihn deshalb problemlos aus regionalem Anbau. Eine Beobachtungsstudie des Allergiezentrums der Charité Berlin hat außerdem ergeben, dass Allergiker*innen alte Apfelsorten besser vertragen. Das liegt am Polyphenolgehalt, der in den alten Sorten deutlich höher ist als in neueren, durch Züchtung optimierten Apfelsorten.

 

7. Dülmener Herbstrosenapfel

 

 

Dülmener Herbstrosenapfel entstand wahrscheinlich in Dülmen um 1870 aus einem Sämling der Sorte „Gravensteiner“. Die mittel bis große Frucht wird 83 mm breit und 68 mm hoch und erreicht ein Gewicht von 195 Gramm. Die glatte, fettige und mürbe Schale ist gelbgrün bis rötlichgelb gefärbt und mit leichten dunkelroten Streifen versehen. Das weiß-gelbliche Fruchtfleisch ist locker, feinzellig, saftig, harmonisch süßsäuerlich und feinaromatisch.

 

8. Gelber Münsterländer

 

Der Apfelbaum Gelber Borsdorfer ist ein Herbstapfel und eine alte Apfelsorte. Er ist deshalb besonders für Apfelallergiker*innen geeignet. Er entwickelt gelbe Früchte. Genussreif ist die Frucht von September bis November. Das Fruchtfleisch ist fest und säuerlich.
9. Schweizer Orangenapfel

 

Die Apfelsorte ′Schweizer Orangenapfel′ hat nicht nur einen wohlklingenden Namen, auch der Geschmack dieses Apfels ist besonders gut. Er wurde im Jahr 1935 in der Versuchsanstalt Agroscope Wädenswill in der Schweiz gezüchtet. Er eignet sich zum Direktverzehr und als Tafelapfel. Das gilt auch noch nach längerer Lagerung. Gerieben ergibt die Sorte ein goldgelbes Püree. Auch zum Backen, Kochen und Mosten kann dieser Allrounder verwendet werden.

 

10. Signe Tillisch

 

Stammt ursprünglich aus Jütland. Die Sorte entstand um 1860 als Sämling im Garten des Hardesvogts Tillisch in Bjerre in der Nähe der ostjütischen Stadt Horsens. Tillisch benannte die Sorte nach seiner Tochter Signe.

 

11. Querina Florina

 

Kommt aus Frankreich. Die Sorte ist im Oktober pflückreif und haltbar bis Dezember/Januar. Der Geschmack eher süß, anfänglich sehr saftig.

 

12. Jamba 69

 

Jamba ist ein früh reifender, mittelgroßer bis großer, runder Kulturapfel. Er kann ab Mitte August bis in den September gepflückt und dann sofort und bis in den hinein Oktober gegessen werden.