Auch, wenn die Bäume noch kahl, die Temperaturen frostig sind, so ein bisschen Grün stimmt uns auf den Frühling ein. Auf dem Teller kommt der Geschmack hinzu. Viele Gemüsesorten, auch Obst, wie Erdbeeren, Trauben, gibt’s ganzjährig im Supermarkt. Diese Verfügbarkeit hat einen hohen Preis in punkto Klima und Umwelt. Auch wegen der weiten Transportwege. Dabei wachsen hierzulande auf dem Freiland oder im (unbeheizten) Gewächshaus einige interessante Gemüsesorten, die es (wieder) zu entdecken lohnt: Pastinaken, Rosenkohl oder Feldsalat. Auch gelagertes Obst und Gemüse aus der Region sind im Angebot: Äpfel, Rote Bete, Möhren, Kürbis, Schwarzwurzel und Wirsing. Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen hier den Winterportulak.

Wintersalat mit reichlich Nährstoffen

Den Winterportulak findet man auch unter den Namen Postelein, Kubaspinat oder als Gewöhnliches Tellerkraut (Claytonia perfoliata). Dabei ist er außergewöhnlich lecker. Er kommt aus dem Westen Nordamerikas, eine Entdeckung von Indianern und Siedlern, die ihn im 18. Jahrhundert erstmals als Salat nutzten. Von dort aus brachten Siedler Nordwestamerikas ihn weiter in die Karibik. Dort heißt er folglich Kubaspinat. Von da aus kam der Winterportulak über Australien 1749 schließlich nach Westeuropa. Bei uns hat er sich als winterharte Pflanze behauptet. Der deutsche Name Tellerkraut bezieht sich auf die Blätter in Tellerform, die den Stängel flächig umschließen. Frisch geerntet ist er reich an Vitamin C, Magnesium und Eisen. Seine Blätter enthalten sogar Omega-3-Fettsäuren. Das machen ihm nicht so viele Pflanzen nach …

Der Winterportulak sticht gerade jetzt durch seine frischgrünen Blätter mit den zarten Stängeln ins Auge. Er nimmt dem hiesigen Winter bereits den Traum vom “Maiengrün” vorweg. Winterportulak liebt kühle Temperaturen zwischen minus 15 bis 10 Grad Celsius. Im Oktober beginnt seine Aussaat, die sich bis weit in den Dezember hinziehen kann. Die kleinen, feinen Pflanzen wachsen bei entsprechendem Wetter den ganzen Winter über. Langsam, aber stetig. Ab Februar/März explodieren die kleinen Blätter und verlangen dann auch danach, schnell gegessen zu werden. Mit Blüten erscheinen die Blätter wie ein winzig kleiner französischer Bistrotisch, gedeckt mit einem Blumenstrauß. Die Blüten sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind essbar. Allerdings beginnen während der Blütezeit die Stiele des Portulaks hart und stielig und damit auch bitterer zu werden. Am besten schmeckt er zart und frisch und entfaltet dabei seine positiven Eigenschaften für die Gesundheit am besten.

WINTER- & SOMMERPORTULAK – VERSCHIEDENE GESCHWISTER

Wie schon die Jahreszeiten unverwechselbar sind, ist auch der gewöhnliche (Sommer)Portulak nicht mit unserer Wintervariante zu vergleichen. Beide sind essbar, grün, werden ungefähr 20 Zentimeter groß und gehören zur Familie der Nelkenarten. Das ist es dann aber auch. Wie es in Familien üblich ist, können Geschwister sehr unterschiedlich sein.

So kommt der sonnenverwöhnte Bruder deutlich schlechter mit der Kälte zurecht. Seine Blätter sind fleischiger und bitterer – daher nicht jedermanns/frau Geschmack. Winterportulak ist milder und köstlich nussig.

ES GRÜNT SO GRÜN AUF TELLERN UND IN BOWLS

Postelein ist ein Alleskönner. Er eignet sich als purer Salat oder Komponente in Mischsalaten, beispielsweise mit Feldsalat. Pur auf dem Butterbrot oder im Quark findet Postelein Liebhaber. In Suppen, als Topping über Speisen, wie Brat- oder Pellkartoffeln, Nudeln oder Reis, setzt er charmante Akzente – auch für’s Auge. Probieren Sie den Winterportulak auch als feine Spinatalternative: kurz gedünstet oder einfach blanchiert – eine zarte Köstlichkeit. Kreative Köch*innen können mit ihm nach Lust und Laune experimentieren. Und Smoothies profitieren ebenfalls von den frisch grünen Geschmackskomponenten. Können aber auch die leicht saure und bittere Note zum Ende der Erntezeit abmildern.

ERNTEN SIE IHREN WINTERPORTULAK SELBST

Am leckersten ist Postelein erntefrisch aus dem Gemüsemarkt oder Hofladen. Daher sollte er schnell, am besten am gleichen Tag, verzehrt werden. In einer Dose mit Vakuumdeckel hält er sich im Kühlschrank maximal 5 Tage.

Apropos erntefrisch. Postelein oder Winterportulak lässt sich leicht selbst anbauen. In Blumentöpfen oder -kisten, auf dem Balkon, im Gartenbeet, Kleingewächshaus oder in Hochbeeten gedeiht er auch bei Ihnen. Sie können ihn dann direkt „vom Feld“ genießen. Wenn man beim Ernten immer genügend Blätter stehen lässt, haben Sie bis in den Frühling hinein etwas davon, wenn dann die anderen Kräuter wieder sprießen. Postelein lässt sich übrigens wunderbar als Salat verwenden, klassisch mit einem Dressing aus weißem Balsamico-Essig und einem hochwertigen Olivenöl. Dazu gebratene Champignons geben und diese mit getrockneten Kräutern wie Rosmarin, Thymian, Majoran und auch Piment und etwas gemahlenem Wacholder braten bzw. verfeinern – je nach Geschmack …

Vielleicht gehören Sie bald zu denen, die sich eine eigene Pflanzung und täglich frische Ernte gönnen. Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen oder Bilder. Schreiben Sie uns einfach an marketing@klueh.de.