“Um Tomaten selber zu ziehen brauchst du passende Erde, Samen und einen Behälter mit Untertasse.”

(aus: Gartenerleben.com, 5.5.2020)

Die Tomate, das Lieblingsgemüse (nicht nur) der Deutschen, ist aus den Speiseplänen nicht mehr wegzudenken. Ja, sie erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit auch bei denjenigen, die sie auf kleinstem Raum selbst ziehen. Jede Menge Gründe, die hübsche Tomate genauer zu betrachten.

Rund wie die Welt

Laut der Statistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2020/21 werden pro Kopf in Deutschland 27,2 kg Tomaten pro Person verbraucht. Darin enthalten sind auch Ketchup, Tomatenmark und Co. als verarbeitete Erzeugnisse. Auch die jährliche Erntemenge von Tomaten in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, wenngleich die meisten aus verschiedenen benachbarten europäischen Ländern, insbesondere aus Spanien, eingeführt wurden.

Von den Inkas nach Europa

Die Herkunftsregion der Tomaten war Süd- und Mittelamerika. Vor Jahrtausenden kultivierten sie dort die Hochkulturen der Maya und Inka wie Funde an archäologischen Ausgrabungsstätten beweisen. Die späteren Azteken im heutigen Mexiko haben erstmalig Tomaten auf ihrem Speiseplan unter dem Namen „Xitomatl“ gehabt. Schon bald mit der Entdeckung Amerikas durch die Europäer kamen mit den Kartoffeln auch Tomaten auf unseren Kontinent. Allerdings misstraute man den runden roten Früchten zunächst mehr als den erdigen Knollen. Mehr zur Historie finden Sie weiter unten in diesem Beitrag.

Die tomatige Erfolgsgeschichte kommt ins Rollen

Die Tomate hat sich in einer erstaunlichen Vielfalt weiterentwickelt. Geblieben ist ihr in vielen europäischen Ländern ihre paradiesische Herkunft im Namen: Paradeiser in Österreich, Paradiescom in Ungarn, Pomme d’amour aka Liebesapfel in Frankreich oder Pomidori in Italien, weil sie vermutlich dort hauptsächlich gelb waren. Noch heute heißen in Italien Tomaten allgemein „pomi dori“, „Goldapfel“ und gelten europaweit als typisch italienisch.

Authentischer Geschmack

Während noch bis vor einigen Jahren die Züchter hauptsächlich auf die Widerstandsfähigkeit der Tomaten Wert legten, legen Verbraucher*innen Wert auf authentisch schmeckende Tomaten. Auch wir bei Klüh achten für unsere Salate, Bowls, Saucen und Beilagen auf den authentischen Geschmack. Da bietet der Markt mittlerweile eine große Auswahl an. Sie eignen sich hervorragend für die Zubereitung von Salaten, als Beiwerk von Speisen, essbare Deko auf Anti-Pasti-Platten und auch ganz einfach als Snack. Für den vollmundig tomatigen Geschmack achten wir schon beim Einkauf auf etablierte Sorten, auf die Herkunft und wenn es die Jahreszeit zulässt, auch auf regionale Lieferanten. Außerhalb der Saison ist der Griff zu Tomatenkonserven und –gläsern durchaus sinnvoll. Die Tomaten werden nämlich reif verarbeitet, was sie sehr schmackhaft macht, sie sind lange haltbar und verlieren ihre wichtigen Inhaltsstoffe nicht.

Foto (sowie Page Header Bild und Beitragsbild) von Claudia Zurlo Photography für Klüh Catering

Nichts geht über den Eigenanbau

Claudia Günther, Marketingmanagerin von Klüh-Catering, passionierte Gärtnerin und Köchin aus Leidenschaft empfiehlt „Nichts geht über den Geschmack der selbstgezogenen und gepflückten Tomaten.“ Dazu braucht es nicht viel Platz. Schon ein sonniges Fensterbrett in der Küche oder eine helle Südecke auf dem Balkon – und schon können Sie Ihre eigene „Plantage“ beginnen.

Hier einige Tipps dazu:
Die ersten zwei Märzwochen sind ideal, um mit dem Ziehen von Tomaten zu beginnen. Ab Mitte Mai dürfen die zarten Pflanzen in einen größeren Kübel, einen Blumenkasten oder in ein Beet mit ausreichend Abstand voneinander gepflanzt werden. Jetzt gilt es nur noch ein paar Regeln einzuhalten: Schützen der Tomaten vor direktem Regen, ein überdachter Balkon, ein Dachübersprung sind perfekt. Regelmäßiges Gießen nahe beim Stengel, damit die Blätter nicht nass werden, Zufügen von natürlichem Dünger – z.B. Holzspäne. Erkrankte oder trockene Blätter entfernen und entsorgen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Jetzt nur noch die Tomaten schön rot werden lassen, frisch ernten und direkt verarbeiten. Mhmmm. Lecker! Mehr zur eigenen Tomatenzucht finden Sie im Internet, z. B.: https://www.gartenerleben.com/tomaten-ziehen/

Ein Tomaten-Gericht à la Yotam Ottolenghi

Natürlich können wir an dieser Stelle nicht einfach schließen, ohne Ihnen ein besonders köstliches Rezept eines Tomatensalats, der gerade perfekt zu den gegenwärtigen Temperaturen passt, vorzustellen. Inspiriert wurden wir von Yotam Ottolenghi, dem beliebten Kultkoch aus Israel mit deutscher wie italienischer Großmutter, der jetzt in London lebt, kocht und uns an seinen Köstlichkeiten in Büchern oder auch Social Media Kanälen wunderbar teilhaben lässt. Sein Kochbuch Simple ist – wie der Name schon sagt – ein Versprechen an eine einfache wie schnelle Küche, in der in weniger als 30 Minuten mit maximal 10 Zutaten wohltuendes Soulfood kreiert wird. Buon Appetito.

Rezept für Sie: Tomatensalat mit Tahin, Zatar und Fetakäse (vegetarisch) – inspiriert von Yotam Ottolenghi

Foto: Claudia Günther, Klüh Catering GmbH (im Home Office aufgenommen), rechts oben im Bild ein kleiner Teller aus der Geschirrkollektion der Fa. SERAX in Zusammenarbeit mit Y. Ottolenghi und dem Künstler I. Bisignano hier geht´s zur Webseite

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kg aromatisch-reife Tomaten
  • 1 Schlangengurke
  • 40 g Frühlingszwiebeln
  • 1 rote Spitzpaprika
  • 300 Fetakäse

Für das Dressing:

  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL frisch ausgepresster Zitronensaft
  • 2 TL Zatar
  • 2 EL Tahin (Sesammus)
  • Meersalz

Gemüse waschen. Tomaten, Gurke und Spitzpaprika würfeln, Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. In eine große Schüssel geben. Für das Dressing Olivenöl mit dem Zitronensaft, dem Zatar und der Tahin-Paste mit einem kleinen Schneebesen verrühren. Mit Meersalz abschmecken. Dressing unter den Salat heben – zum Schluss noch den gewürfelten Feta unterheben. Auf Tellern servieren und mit Zatar bestreuen!

Dazu passt Stangen- oder Fladenbrot.

Lassen Sie es sich gut schmecken!

Wissenswertes rund um die Tomate auf einen Blick

Ihre Angebotsvielfalt

Viele Arten: Salattomaten, Strauch-, Eier-, Fleisch-, Cocktail-, Füll-, Soßentomaten oder Dörrtomaten.

Viele Farben: rot gelb, gestreift, grünbraun, rund, eiförmig, herzförmig, gerippt oder abgeflacht.

Viele Geschmacksrichtungen: saftig, mehlig, weich, schnittfest – am besten aus dem Freiland, selbst gezogenen und reif geerntet

Beschaffenheit der Früchte

Gewicht zwischen 5 – 500 Gramm

Geschmack: süß, säuerlich, fruchtig, intensiv aromatisch

Vitaminreicher Schlankmacher

  • Zu 95 % aus Wasser, sehr kalorienarm, leicht und bekömmlich
  • Vitaminreich: enthalten u.a. die Vitamine A, C und E sowie Vitamine der B-Serie.
    Diese unterstützen Stoffwechsel, Gesundheit der Haut und der Blutkörperchen.
    Stärken der körpereigenen Abwehrkräfte durch Vitamine – insbesondere hoher Vitamin-C-Gehalt
  • Durch sehr wenige Kohlenhydrate sind sie perfekt für Menschen, die eine Diätmachen
  • Die Mineralien in der Tomate unterstützen viele wichtige Körperfunktionen:
    • Kalium für grundlegende Zell- und andere Stoffwechselfunktionen
    • Magnesium zum Regulieren des Blutdrucks und unerlässlich für die Energiegewinnung im menschlichen Körper
    • Natrium reguliert den Herzrhythmus und die Weitergabe von Nervenimpulsen
    • Eisen unterstützt die Zellbildung wie Zellatmung und ist für den Sauerstofftransport wichtig
    • Calcium ist wichtiger Bestandteil für die gesunde Entwicklung des Skeletts und Gebisses
    • Die im Fruchtfleisch enthaltenen Ballaststoffeunterstützen die Darmgesundheit.
Zur Geschichte der Tomate: Vom Sündenfall zur Zierpflanze

Durch ihr verführerisches und außergewöhnliches Aussehen vermuteten Pflanzenkundige von damals eine Verwandtschaft zum Stechapfel. Die nahezu perfekte Schönheit der Tomate machte ihr zu schaffen. In einigen Ländern wurde sie als „Paradiesapfel“ tituliert, was ihr eine religiöse Bedeutung mit allen Nebenwirkungen des „Sündenfalls“ einbrachte. Ihre rote Farbe und die pralle Form entsprachen für viele genau jener verbotenen Frucht, die Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben haben soll. Zudem galt das Nachtschattengewächs in einigen Kulturkreisen als Rauschdroge und ein Sinne-verwirrendes Aphrodisiakum. Daher wurden Tomaten zunächst nicht verzehrt, sondern um 1640 zunächst vom französischen Adel als Zierpflanze arrangiert. Durch die adeligen französischen Herren war es zur Mode geworden, den Damen ihres Herzens eine Tomatenpflanze als Zeichen ihrer Liebe zu überreichen. So trat die Tomatenblume ihren Siegeszug im gesamten Mittelmeerraum an, wo sie sich wegen des Klimas um Neapel und Salerno ansiedelte.

Hunger als mutiger Koch

Erst im 17. Jahrhundert muss es einen mutigen oder sehr hungrigen Bauern gegeben haben, der sich an die Zierpflanze herangemacht hatte. Erste sporadische Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass die Frucht zunächst zur Zubereitung einer Sauce am französischen Hof in die Kasserole kam. In Neapel wurden Tomaten zur Linderung der damaligen Hungersnot von der Bevölkerung als Nahrungsmittel entdeckt.

1762 wurden durch die neapolitanische Küche erstmalig Konservierungstechniken für Tomaten beschrieben. 1819 erschien das Buch „Cuoco Galante“ („Der raffinierte Koch“), das erstmalig viele Rezepte mit gefüllten und frittierten Tomaten beschrieb. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehen Tomaten erstmals eine Allianz mit Pasta ein. Diese Verbindung wurde erstmals unter dem Rezeptnamen Vermicelli con le pommadoro dokumentiert in dem Kochbuch von Ippolito Cavalcanti Du di Buonvicino – ein Name, der schon auf der Zunge zergeht. 1880 wurde in Neapel die erste Pizza Magherita in den Landesfarben als italienisches Nationalgericht entwickelt: Tomate, Mozzarella und Basilikum. Pasta mit Tomatensauce galten lange als Speise der Armen, aber auf diese Weise schaffte es das Gericht zum nationalen Gericht zu werden.

Jetzt folgt wieder ein Sprung über den Atlantik: 1847 füllte ein gewisser Heinz, US-amerikanischer Unternehmer deutscher Herkunft, erstmals in der Neuen Welt Blechkonserven mit der roten Frucht ab. Dreißig Jahre später landeten in den USA jährlich 19 Millionen Tomaten in Dosen, die wiederum zu einem nicht mehr wegzudenkenden Topping von „French Fries“ und Burger beitrugen. 1899 war die H. J. Heinz Company aus Pittsburgh der weltgrößte Fabrikant von Ketchup.